Humulus lupulus L.

Hopfen

Cannabaceae

Herkunft und Verbreitung:

Aus Auwäldern Mitteleuropas.

Morphologie und Anatomie:

Rechtswindende Liane mit gegenständigen, handförmig eingeschnittenen Blättern. Männliche Blüten grün, in lockeren Rispen; weibliche Blüten in zapfenartigen scheinährigen Blütenständen, den sog. "Dolden". Die Trag- und Vorblätter der weiblichen Blütenstände tragen becherförmige, kurzgestielte Drüsenhaare. Jedes Hochblatt trägt meist 4 (2-6) reduzierte weibliche Blüten.

Anbau:

Kultiviert werden nur weibliche Pflanzen, die man vegetativ durch sog. "Fechser" vermehrt. Dies sind unterirdische Sprossabschnitte mit 4-5 Knospen, die man vom Wurzelstock abtrennt und pflanzt. An Stangen oder Drähten wachsen die Pflanzen bis 8m hoch. Die "Dolden" werden maschinell oder von Hand gepflückt. Für die Bierherstellung werden sie entweder direkt verwendet, oder man extrahiert die Bitterstoffe z.B. mit Methanol. Hopfenmehl (Glanduale Lupuli) besteht aus den von den Infloreszenzen abgeklopften Drüsen.

Ertrag:

1,73 t/ha durchschnittlicher Ertrag in Deutschland, der Hauptanbau liegt in der Hallertau nördlich von München.

111 000 t Welternte 1978
30 000 t Bundesrepublik Deutschland
25 000 t USA
13 000 t UDSSR
10 000 t CSSR

Inhaltsstoffe:

Ätherische Öle (0,1-3 % in den Zapfen) Myrcen, Linalool, Farnesen, Caryophyllen u.a.; Flavonoide Kämpferol- und Quercetinglycoside; Gerbstoffe (2-4 %); Harze (15-30 % in den Hopfenzapfen), vor allem mit den Bitterstoffen Humulon und Lupulon. Die Harze würzen das Bier und machen es haltbar. Die sedierende Wirkung stammt evtl. vom autoxydativ aus Humulen und Lupulen bei der Lagerung oder beim Verzehr entstehenden 2-Methyl-3-buten-2-ol.

Verwendung:

Zum Bierwürzen; die jungen Sproßspitzen können im Frühjahr als ein spargelartiges Gemüse gegessen werden; die faserreichen Achsen können für Stricke, Matten und Säcke verwendet werden.

Links

 

Metacrawler

 

Abbildungen

Humulus lupulus (Hopfen, Cannabaceae); Apothekergarten HB D'dorf

Humulus lupulus (Hopfen, Cannabaceae); Blütenstand

[Rauh 1950: 178; Humulus lupulus L.]

[Humulus lupulus, Strobuli Lupuli (Droge 156)]

[Humulus lupulus, Glandulae Lupuli (Droge 104)]

| top |
Botanik - Morphologie, Anatomie und Systematik der Pflanzen

© J.R. Hoppe 1999 - 2006