Morphologie der Wurzel

6.3 Die Hauptwurzel

6.3.2 Rüben

Eine Rübe ist eine Hauptwurzel, die zum Zweck der Speicherung besonders verdickt ist, und bei der in die Verdickung zusätzlich noch ein basaler Teil der Achse mit einbezogen ist, mindestens aber das Hypokotyl (auf die Abgrenzung von Spossknolle, Sprossrübe und Rübe wurde schon im Kapitel "Achsenanatomie" eingegangen). 

Bei Pflanzen mit Rüben kann man hinsichtlich der Lebensform zwischen Rübenpflanzen und Rübengeophyten unterscheiden. 

Rübenpflanzen sind hapaxanthe, meist bienne (2-jährige) Gewächse. Sie bilden im ersten Jahr ihrer Entwicklung meist eine Blattrosette und eine Rübe. Erst im zweiten Jahr wird mit der Ausbildung einer Infloreszenz die Entwicklung abgeschlossen. 

Beispiele für solche Rübenpflanzen sind unter den Nutzpflanzen etwa die Karotte Daucus carota, Apiaceae), die Arten der Gattung Beta (Chenopodiaceae) und der Rettich (Rhaphanus sativus var. niger, Brassicaceae).

Rübengeophyten sind dagegen pollacanthe, perennierende Pflanzen. Sie bilden an den Rüben in jeder Vegetationspüeriode Erneuerungsknospen. 

Beispiele hierfür sind etwa die Kermesbeere (Phytolacca americana, Phytolaccaceae), die Zaunrübe (Bryonia dioica, Cucurbitaceae) oder der Gelbe Enzian (Gentiana lutea, Gentianaceae). 

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Abbildungen

Knollen und Rüben [Rauh 1950: 138] 

Wuchsformen der Rübenpflanzen [Rauh 1950: 128a]

Bryonia alba; Rübe [@@@, 19@@: 99] 

Bryonia dioica (Zaunrübe, Cucurbitaceae); fruchtend

Tragopogon porrifolium (Haferwurzel, Asteracae); Habitus

Taxa:

Tragopogon porrifolium L.

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Botanik - Morphologie, Anatomie und Systematik der Pflanzen

© J.R. Hoppe 1999 - 2006