Morphologie der Achse

3 Internodienstreckung und Wuchsform

3.3 orthotrope Sprossknollen

In der "Längsachse" der Pflanze folgen aufeinander die Hauptwurzel, die Hypokotylregion und die Hauptachse. Diese 3 Zonen können nun einzeln oder gemeinsam zu verdickten Speicherorganen heranwachsen.

"Knollen" definieren wir dabei als Verdickung eines einzigen Organes oder Organteils, also entweder der Achse, des Hypokotyls oder der Wurzel. Bei der orthotropen Sprossknolle ist also lediglich die Hauptachse oberhalb der Kotyledonen zu einem verdickten Speicherorgan umgebildet.

Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Kohlrabi (Brassica oleracea convar. acephala var. gongyloides). In der Jugendentwicklung sieht man deutlich die Entstehung der Verdickung oberhalb der Kotyledonen. An der ausgewachsenen Kohlrabi stehen ausserdem noch die Laubblätter, was ebenso den Achsencharakter der Kohlrabi zeigt. Die ersten 3-4 Internodien der Keimpflanze verlängern sich, danach bleibt die Längenentwicklung im Bereich der späteren Knolle gehemmt. Der Scheitel der Pflanze ist sogar etwas eingesenkt. Die Verdickung selbst entsteht durch starkes Primäres Dickenwachstum des Markes. Zur besseren Nährstoffversorgung werden im Mark markständige Leitbündel gebildet. Bilden diese Bündel Scheiden aus verholzten Sklerenchymzellen aus, so wird die Kohlrabi "holzig". Die Kohlrabi bildet im zweiten Jahr einen terminalen Blütenstand, ist also eine bienne Rosettenpflanze.


Brassica oleracea convar. acephala (DC.) Alfe. var gongyloides L. (Kohlrabi, Brassicaceae)

Brassica oleracea convar. acephala var. gongyloides (Kohlrabi, Brassicaceae); Habitus

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Sproßknolle

Abbildungen

(Tafelzeichnung) Rüben und Knollen

Brassica oleracea convar. acephala var. gongyloides (Kohlrabi, Brassicaceae); Verdickung der Knolle [Troll 1973: 113]

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Botanik - Morphologie, Anatomie und Systematik der Pflanzen

© J.R. Hoppe 1999 - 2006