Morphologie der Achse

3 Internodienstreckung und Wuchsform

3.2 Zwiebelsprosse

Eine Zwiebel ist ein meist unterirdischer Rosettenspross, bei dem die Blattbasen oder ganze Niederblätter verdickt sind und Nährstoffe speichern. Sie dienen der Überwinterung der Pflanzen, die deshalb bezüglich ihrer Lebensform als Zwiebelgeophyten bezeichnet werden. Die Achse einer Zwiebel ist stark gestaucht und wird als "Zwiebelkuchen" oder "Zwiebelscheibe" bezeichnet.

Bei einer sog. Schalenzwiebel, z.B. von der Küchenzwiebel Allium cepa, sind die Basen der Blätter fleischig angeschwollen. Sie umgeben die gestauchte Achse schalenförmig. Die Küchenzwiebel ist eine Ganzrosettenpflanze. Die im ersten Jahr kurz bleibende Hauptache der Zwiebel streckt sich im 2. Jahr zu einem Infloreszenzschaft. Die Fortführung der Verzeigung erfolgt durch Knospen aus der Achsel von ein bis zwei der obersten Zwiebelblätter.

Bei einer sog. Schuppenzwiebeln, z.B. bei Lilium candidum, oder L. martagon sind die basalen Niederblätter des Sprosses zu Speicherorganen angeschwollen. Sie überdecken einander dachziegelartig.  Zwiebeln kennen wir hauptsächlich bei Monocotyledonen. Ähnliche Bildungen kommen aber ebenso bei Dikotyledonen vor, wie z.B. beim Knollenfenchel (Foeniculum vulgare var. azoricum). 

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Zwiebelsprosse, Schuppenzwiebel, Schalenzwiebel

Abbildungen

Allium cepa, (Küchenzwiebel, Alliaceae) Zwiebel [Troll
1973: 105]

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Botanik - Morphologie, Anatomie und Systematik der Pflanzen

© J.R. Hoppe 1999 - 2006