Botanische Bestimmungsübungen

...eine Einführung in die Familien!





Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse)

K 5 C 5 A viele G oberständig, viele (Ranunculus repens)

ca. 2000 Arten, 50 Gattungen, Verbreitung kosmopolitisch

Die Ranunculaceae sind eine Familie wenig abgeleiteten Charakters, zeichnen sich jedoch durch das beinahe ausschließliche Vorkommen von krautigen, ausdauernden Vertretern aus. Nur selten finden sich Holzpflanzen wie die Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba), die auch hinsichtlich ihrer Blattstellung eine Ausnahme bildet. Hier sind die Blätter gegenständig angeordnet, im Gegensatz zur sonst verbreiteten Wechselständigkeit der Blattorgane. Die Blätter selbst, die meist keine Nebenblätter (Stipeln) ausbilden, sind oft in irgendeiner Weise geteilt, selten ganzrandig und lanzettlich wie bei einigen Ranunculus-Species und Myosurus. Die Blüten sind gewöhnlich einhäusig und radiärsymmetrisch, daneben kommen auch zygomorphe Blüten vor (Delphinium, Aconitum). Bei dieser Familie sind bereits, neben der bereits erwähnten Krautigkeit, weitere Evolutionstendenzen zu erkennen. Die Zahl der Blütenorgane ist bereits vielfach festgelegt, wenngleich sie, oft in Fünfzahl vorhanden, von Gattung zu Gattung erheblich schwanken kann. Das Perianth ist frei und meist in Kelch und Krone geschieden. Oft werden sog. Nektarblätter (umgebildete Staubblätter) gebildet. Zum Teil sind diese petaloid geworden (Ranunculus, Aquilegia) und übernehmen die Funktion der Blütenblätter, andernfalls sind sie unscheinbar, ± röhrenförmig (Heleborus, Aconitum) und an der Basis der Petalen angeordnet. Staubblätter und Gynoeceum sind meist in Vielzahl vorhanden; in wenigen Fällen (Actaea) sind die Fruchtblätter bis auf eines reduziert. Das Gynoeceum ist chorikarp. Als Früchte werden meist Nüßchen gebildet, Nigella besitzt Kapseln, Actaea Beeren.

Verschiedene Ranunculaceen (z. B. Aconitum [Eisenhut]) besitzen stark wirkende Esteralkaloide (Aconitin, führer als Schmerzmittel in Gebrauch, wegen seiner hohen Toxizität jedoch obsolet). Daneben sind weitere Alkaloide verbreitet (Protoanemonin, Diterpen-Alkaloide, Isochinolin-Alkaloide).



© 1997 Bernhard Schmidt, Abteilung Systematische Botanik und Ökologie, Universität Ulm

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