Botanische Bestimmungsübungen

...eine Einführung in die Familien!





Pteridophyta (Farnpflanzen)

Die Abteilung der Pteridophyta ist eine große Pflanzengruppe, die bereits den für höhere Pflanzen typischen Sproßaufbau mit Wurzeln, Sproß und Blätter besitzt. Im Gegensatz zu den Moosen (Bryophyta) finden wir hier also «echte» Blätter, Sprosse und Wurzeln, da sie anatomisch den selben Aufbau besitzen, wie es auch die Blütenpflanzen vorweisen. Die Pteridophyten besitzen einen auffälligen sogenannten Generationswechsel. Das bedeutet, daß sich eine durch Sporen vermittelte ungeschlechtliche, mit einer geschlechtlichen, durch Gameten vollzogenen Fortpflanzung abwechselt. Die Gameten sind in der Regel Eizelle und Spermatozoid. Die Sporen werden in Sporangien gebildet, die Gameten in geschlechtsspezifischen, getrennten Organen. Die (weiblichen) Eizellen bilden sich in Archegonien, die (männlichen) Spermatozoiden in Antheridien heran.

Innerhalb der Evolution von primitiven Landpflanzen zu den hochentwickelten heutigen Blütenpflanzen hat sich die Tendenz herausgebildet, den Sporophyt, also den Sporenproduzenten, zu vergrößern, den Gametophyten hingegen zu reduzieren. Bei den Pteridophyten ist dies bereits in einem Ausmaße geschehen, daß der grüne, wohlentwickelte Teil der Sporophyt ist. Die Gametophyten sind klein und werden als Prothallium bezeichnet. Auf ihnen sind die Antheridien und Archegonien angeordnet und meist eingesenkt.

Die Abteilung der Pteridophyta beinhaltet folgende Klassen

1. Klasse Psilophytatae : Urfarne

2. Klasse Psilotatae: Gabelblattgewächse

3. Klasse Lycopodiatae: Bärlappgewächse

4. Klasse Articulatae: Schachtelhalmgewächse

5. Klasse Filicatae: Farne s. str.

Besonders innerhalb der eigentlichen Farne haben sich zahlreiche Abweichungen vom obigen Schema des Generationswechels ergeben und sind weitere Evolutionstendenzen verwirklicht worden, auf die wir an dieser Stelle jedoch nicht näher eingehen wollen. In unserer Flora sind die drei letzten Klassen mit zahlreichen Species vertreten. Wir wollen uns mit den Artikulatae und den Filicatae näher beschäftigen.



© 1997 Bernhard Schmidt, Abteilung Systematische Botanik und Ökologie, Universität Ulm

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