Botanische Bestimmungsübungen

...eine Einführung in die Familien!





Gymnospermae:

Pinaceae (Kieferngewächse)

Cupressaceae (Zypressengewächse)

Taxaceae (Eibengewächse)

Zur Übersicht soll an dieser Stelle zuerst die systematische Eingliederung und Stellung der hier zu behandelnden Familien erläutert werden.

13. Abteilung Spermatophyta (Samenpflanzen)

--1. Unterabteilung Coniferophytina (Gymnospermae p.p.: gabel- und nadelblätrige Nacktsamer)

----1. Klasse Gingkoopsida

----2. Klasse Pinopsida, Nadelhölzer

--------1. Unterklasse Cordaitidae

--------2. Unterklasse Pinidae

----------------1. Ordnung Voltziales

----------------2. Ordnung Pinales

------------------------... Pinaceae, Cupressaceae

--------3. Unterklasse Taxidae

----------------1. Ordnung Taxales

------------------------Taxaceae

--2. Unterabteilung Cycadophytina (Gymnospermae p.p.: fiederblättrige Nacktsamer)

--3. Unterabteilung Magnoliophytina (Angiospermae, Bedecktsamer)

Alle Angehörigen dieser drei Familien sind Bäume mit einem primitiven (=wenig abgeleiteten oder ursprünglichen) Holz, das in seiner Hauptmasse aus Tracheiden aufgebaut ist, Tracheen fehlen. Die Pflanzen sind anemophil, die Blüten immer eingeschlechtig.

Gehörten alle bisher behandelten Pflanzen zu den Angiospermen (Bedecktsamern), natürlich mit Ausnahme der Pteridophyten (Farne s. l.), sind die Pflanzen die nun folgen den Gymnospermen (Nacktsamer) einzuornden. Wie der Name bereits andeutet sind hier die Samenanlagen nicht von einem schützenden Fruchtknoten umgeben, sondern liegen frei. Außerdem wird das Nährgewebe nicht, wie bei den Angiospermen, nach erfolgter Befruchtung angelegt, sondern bereits vorher. Man unterscheidet deshalb das primäre (Gymnospermen) vom sekundären (Angiospermen) Endosperm (=Nährgewebe innerhalb der Samenschale [Testa]). Die Samenstände bei den Pinidae sind Zapfen, was sich auch in dem alternativen Namen Coniferen (= «Zapfenträger») wiederspiegelt. Die Taxidae besitzen einen einzelnen Samen, der von einem rotem Arillus (Achsengewebe-Wucherung) umgeben ist.

Bei den Pinidae sind die Sporophylle in Blüten als Kurztriebe angeordnet. Die Blüten sitzen an Langtrieben in Blütenständen. Dabei sitzt an den Zapfen in der Achsel einer Deckschuppe je eine Samenschuppe mit zwei Samenanlagen. Beide Schuppen sind hier jedoch ± miteinander verwachsen. Bei Pinus (Kiefer) fehlt die Deckschuppe sogar völlig. Bei Juniperus (Wacholder) werden in den Zapfen nur noch drei Samenanlagen ausgebildet, die sich im Laufe ihrer Entwicklung zu einem fleischigen Beerenzapfen formen. Bei den Taxidae sitzen die Blüten in den Achseln der Nadeln. Die Blüten sind terminal angelegt und besitzen nur eine Samenanlage.

Bei den Pinaceae kann man anhand der Anordnung der Nadeln in Kurz- und Langtriebe folgende 3 Unterfamilien bilden. Bei den Abietoideae (Piceae [Fichten], Abies [Tannen], Tsuga [Hemlocktanne], Pseudotsuga [Douglasie]) sitzen die Nadeln nur an Langtrieben. Bei den Laricoideae (Larix [Lärche, sommergrün!], Cedrus [Zeder]) trägt jeder Langtrieb im ersten Jahr grüne Nadeln. Ab dem zweiten Jahr bildet er aus den Achseln der Nadeln Kurztriebe mit Nadelbüscheln. Die Pinoideae

(Pinus) schließlich tragen nur noch an Kurztrieben Nadeln und zwar arttypisch nur 5 (z.B. Pinus cembra), 3 (z.B. Pinus radiata), 2 (heimische Pinus sp.) oder 1 (Pinus monophylla) pro Trieb. Die Nadeln des Wacholders stehen wirtelig in 3er-Gruppen. In den Achseln der Wirtel sitzen auch die Blüten. Bei der Eibe (Taxus baccata) sind die Nadeln schraubig angeordnet.

Die Zapfen werden meist als Einheit ausgebreitet (Juniperus: Endozoochorie!) oder fallen vom Baum. Bei Abies lösen sich die Zapfenschuppen (=Deck- + Samenschuppe) von der Spindel des aufrechten Zapfens ab. Die Zapfenspindel bleibt am Baum zurück.

Die Nadeln sind meist in Blattspreite und Blattgrund gegliedert. Bei der Fichte fällt nur die Blattspreite ab, der Blattgrund ist mit dem Sproß verwachsen und bleibt als «Blattkissen» erhalten.

An Inhaltsstoffen sind vor allem verschiedene Terpene als Bestandteil ätherischer Öle, Wachse, vor allem bei den immergrünen Arten (Nadeln!), und Lignine zu nennen, die vor allem Coniferyl als Baustein besitzen.



© 1997 Bernhard Schmidt, Abteilung Systematische Botanik und Ökologie, Universität Ulm

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