Botanische Bestimmungsübungen

...eine Einführung in die Familien!





Caprifoliaceae (Geißblattgewächse)

K (5) [C (5) A 5] G unterständig (3)

ca. 450 Arten, ca. 15 Gattungen, Verbreitung kosmopolitisch mit Ausnahme des äußersten Nordens, wenige Arten in Afrika

Die Familie der Caprifoliaceae setzt sich vorwiegend aus Sträuchern und kleinen Bäumen zusammen. Selten kommen auch Halbsträucher (Linnaea borealis) oder Kräuter vor (letzteres jedoch nicht in unserer heimischen Flora). Die Blätter sind einfach und exstipulat. Eine Ausnahme bildet Sambucus mit gefiederten Blättern und Stipeln. Die Blütenstände der zwittrigen Blüten sind cymös und zwei bis vielblütig. Oft sind die Blütenstiele durch Querlinien paarweise verbunden (Lonicera xylosteum), so daß auch die Früchte zusammengewachsen erscheinen. Der unscheinbare Kelch besteht aus 5 verwachsenen Teilen, die kleine Zähnchen bilden. Die Krone, deren Blätter zumindest am Grunde verwachsen sind, ist radiärsymmetrisch (Sambucus, Viburnum, Linnaea) oder zygomorph (Lonicera). Die Staubblätter inserieren an den Petalen und sind so ± mit diesen verwachsen. Der unterständige, coeno-synkarpe Fruchtknoten (Blüte epigyn!) besteht aus drei (auch 5) Karpellen mit zentralwinkelständiger Placentation. Als Früchte werden Steinfrüchte (Viburnum, Sambucus [mehrere Samen!]), Beeren (Lonicera) oder Kapseln (Weigela) gebildet. Wegen der gefiederten Blätter und anatomischer Merkmale wird Sambucus oft in eine eigene Familie (Sambucaceae) gestellt. Blüten von Sambucus nigra (Flores Sambuci) sind Bestandteil schweißtreibenden Tees (Flavonoide).

Zahlreiche Arten werden als Zierpflanzen geschätzt.







© 1997 Bernhard Schmidt, Abteilung Systematische Botanik und Ökologie, Universität Ulm

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