Botanische Bestimmungsübungen

...eine Einführung in die Familien!





Campanulaceae (Glockenblumengewächse)

K (5) C (5) A 5 G unterständig (3) (Campanula)

ca. 600 Species, 35 Gattungen, Verbreitung kosmopolitisch, Afrika nur im äußersten Norden und Süden

Die Campanulaceae sind eine vorwiegend krautige Familie, Sträucher und Halbsträucher kommen nur sehr wenige vor. Die Blätter sind wechsel- selten gegenständig und einfach. Nur gelegentlich finden sich gefiederte Blätter. Sie sind immer nebenblattlos.

Die radiären Blüten sind zwittrig und meist radiärsymmetrisch. Die Klechblätter sind am Grunde verwachsen, die Krone bildet eine Röhre meist blauer Farbe. Die Blüten stehen einzeln, in Trauben oder cymösen Blütenständen und sind proterandrisch (vormännlich). Das heißt, daß wir zwei Geschlechtsphasen in ein und derselben Blüte beobachten können. Zuerst reifen die Staubblätter. Sie öffnen sich nach innen und geben ihren Pollen an die außen häufig mit Fegehaaren ausgestatteten Narben ab. Wenn sich aller Pollen entladen hat, welken die Stamina und die Narbenaußenflächen präsentieren den Blütenstaub anfliegenden Insekten. Nach dieser männlichen Phase folgt die weibliche und die Narben öffnen sich. Auf diese Weise wird, da verschiedene Pflanzen der selben Art leicht versetzt blühen, Fremdbestäubung gefördert. Als Frucht wird eine Kapsel gebildet, die sich meist mit Zähnen öffnet (Campanula). Selten werden auch Beeren gebildet (z. B. Canarina auf den Canarischen Inseln). Die Samen enthalten reichlich Endosperm. Die meisten Familien-Mitglieder besitzen Milchsaft, der sich u.a. aus Triterpenen und Phytosterolen zusammensetzt. Als Speicherstoff wird keine Strärke, sondern Inulin (Polyfructose) gebildet, was auf die Verwandtschaft zu den Asteraceen hinweist, die ebenfalls diese Verbindung bilden.



© 1997 Bernhard Schmidt, Abteilung Systematische Botanik und Ökologie, Universität Ulm

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