12. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Tropenökologie - gtö. Ulm, 17 - 19.02.1999: Poster P- 6.13


Vergleich struktureller Vegetationsmerkmale mit Parametern zum Nährstoffstatus von Böden in einem südecuadorianischen Bergregenwald

Schrumpf, M. C.1, Axmacher, J. C.2, Schubert, C.1, Guggenberger, G.1, Paulsch, A.2, Valarezo Monosalvas, C.3, Müller-Hohenstein, K.2 und Zech, W.1
1 Lehrstuhl für Bodenkunde und Bodengeographie, Universität Bayreuth
2 Lehrstuhl für Biogeographie, Universität Bayreuth
3 Universidad National de Loja, Ecuador

Die Struktur der Vegetation kann als Folge der Anpassung von Pflanzen an verschiedene biotische, aber auch abiotische Umweltfaktoren, wie sie beispielsweise Böden darstellen, betrachtet werden. Umgekehrt wird die Bodenbildung über den Streueintrag durch die Vegetationsdecke mitbestimmt. Im Rahmen des DFG-finanzierten Projekt "Ökosystemare Kenngrößen gestörter und ungestörter tropischer Bergregenwälder am Beispiel Süd-Ecuador" ist es ein Ziel der Lehrstühle für Bodenkunde und Biogeographie der Universität Bayreuth festzustellen, inwiefern sich Kennzeichen der Vegetationsstruktur parallel zu Bodeneigenschaften ändern. Die untersuchten Flächen befinden sich auf dem Gelände der Estación Científica San Francisco in der ecuadorianischen Provinz Zamora/Chinchipe und weisen sowohl einen Höhengradienten als auch einen durch Hangrutschungen verursachten Störungsgadienten auf.

Die Strukturaufnahmen der Vegetation zeigen, daß mit der Höhe der Anteil skleromorpher und kleinerer Blätter zunimmt. Parallel dazu weisen weitere C/N-Verhältnisse und geringere S-Gehalte der Streu mit zunehmender Höhe auf eine schlechtere Abbaubarkeit der Streu hin. Auf den Rutschungsflächen, wo die Bodengenese und der Nährstoffstatus der Böden durch unverwittertes Gestein beeinflußt wird, konnten höhere pH-Werte sowie höhere Gehalte an austauschbaren basischen Nährstoffen im Mineralboden gemessen werden als auf den umliegenden stark versauerten Waldflächen. Der Übergang von gestörten zu ungestörten Flächen spiegelt sich auch in der Änderung einer Reihe von Strukturparametern der Vegetation wider. Der pH-Wert der Streu zeigt hier im gleichen Übergangsbereich einen deutlichen Wechsel wie die Vegetationsmerkmale. Die ökosystemaren Zusammenhänge, die zu diesen parallelen Entwicklungen führten, dürften aber vielschichtiger sein und bedürfen weiterer Forschung.

Wir danken der DFG für die finanzielle und der ECSF, der Universidad Nacional de Loja und der INEFAN für die logistische Unterstützung.