12. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Tropenökologie - gtö. Ulm, 17 - 19.02.1999: Poster P- 5.10


Saccharid- und Aminosäurenkomposition floralen Nektars bei ornithophilen neotropischen Abutilon- und Fuchsia-Arten

Bernhard Schmidt und Gerhard Gottsberger
Abteilung Spezielle Botanik, Universität Ulm

Bei den in Klimakammern kultivierten drei ornithophilen kolibriblütigen Arten Abutilon pictum (Malvaceae), Fuchsia boliviana und F. fulgens (Onagraceae) konnten als Zucker Glucose, Fructose und Saccharose regelmäßig gefunden werden. An Aminosäuren treten in relativ geringen Konzentrationen Arginin, Threonin, Alanin und Prolin mehr oder weniger regelmäßig auf, dazu kommen einzelne Nachweise von Histidin bei allen drei Arten, sowie von Serin und Glutamin bei Abutilon.

Experimente mit Abutilon zeigten, daß die Konzentration der Saccharide und Aminosäuren mit zunehmendem Blütenalter proportional zunimmt, wobei die zeitkorrelierte Konzentrationserhöhung nicht durch mikroklimatische Effekte bedingt ist.

Bei allen drei Arten konnte gezeigt werden, daß bereits der Eintrag geringster Pollenmengen erhebliche Auswirkungen auf die Aminosäurenkonzentration hat; besonders Prolin steigt stark an. Es ist zu vermuten, daß Aminosäuren nicht nur durch Diffusion von den Pollenkörnern abgegeben werden, sondern daß während der gleichzeitig erfolgenden Pollenkeimung eine zusätzliche Aminosäuren-Synthese erfolgt. Die Konzentrationswerte der Saccharide sind mit denen der Aminosäuren hoch korreliert, was bedeutet, daß hohe Saccharidwerte im Nektar bei den untersuchten Arten stets auch hohe Aminosäurenwerte zur Folge hatten.

Die drei ornithophilen Arten besitzen verglichen mit melittophilen Arten einen Aminosäure-verarmten Nektar. Die beiden Fuchsia-Arten zeigen den für Kolibriblütige typischen Saccharose-dominanten Nektar, A. pictum hingegen paßt mit seinem hexosedominanten Nektar nicht in das Schema.