12. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Tropenökologie - gtö. Ulm, 17 - 19.02.1999: Poster P- 6.11


Die individuengenaue Erfassung der Vegetation eines tropischen Bergregenwaldes - Möglichkeiten und Grenzen

Axmacher, J.,J.; Paulsch, A. & Müller-Hohenstein, K.
Lehrstuhl für Biogeographie, Universität Bayreuth

 Der Lehrstuhl Biogeographie der Universität Bayreuth beteiligt am Projekt "Ökosystemare Kenngrößen tropischer Bergwälder am Beispiel Südecuadors" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Als Arbeitsgebiet dient das Gelände der privaten Forschungsstation Estación Científica San Francisco (ECSF) im Süden Ecuadors, Provinz Zamora/Chinchipe. Es umfaßt auf einer Meereshöhe von 1800-3200 m verschiedene Einheiten gestörter und primärer tropischer Bergwälder. Auf 15 ausgesuchten Flächen wurde die Physiognomie sämtlicher verholzender Pflanzen mit einem Brusthöhendurchmesser größer 2 cm nach den Systemen von Parsons (1975), Werger & Spranger (1982) und Orshan (1986) aufgenommen. Eine Clusteranalyse der Daten zur Vegetationsstruktur erlaubt eine Aufgliederung der Flächen nach verschieden intensiver Störung. Dabei erweist sich das System von Werger & Spranger (1982) als am besten für den tropischen Bergregenwald geeignet. Die Anwendbarkeit der getesteten Systeme findet ihre Grenze zum einen im vergleichsweise immens höheren Arbeitsaufwand gegenüber plotscharf arbeitenden Systemen (z.B. Richards et al. 1940 und Webb et al. 1970), zum anderen in der hohen Anzahl im Bergwald nicht zu erhebender Merkmale. Dies trifft insbesondere auf das System von Orshan (1986) zu. Basierend auf den Ergebnissen dieser Untersuchung wurde eine neues Aufnahmesystem entwickelt, welches derzeit im gleichen Waldgebiet Südecuadors getestet wird. Wir danken der DFG für die finanzielle und der ESCF für die logistische Unterstützung, sowie der Universidad Nacional de Loja und der INEFAN.