im Verband Botanischer Gärten e. V.

 
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14. Jahrestreffen der Alpinen- und Staudengärtner/innen in Potsdam,
vom 13. Juni – 15. Juni 2008

 

 

Zum 14. Jahrestreffen der Arbeitsgruppe Alpine- und Staudengärtner hatten die Kollegen des Botanischen Gartens der Universität Potsdam eingeladen. Der Einladung sind 44 Gärtnerinnen und Gärtner gefolgt.

 

Freitag, 13. Juni. 2008

Um 13.00 Uhr wurden die Teilnehmer von Prof. Dr. Ingo Schneider, Direktor des Botanischen Gartens Potsdam, und Hans Martin Schmidt, Gruppensprecher der AG, begrüßt.
Prof. Dr. Schneider führte kurz in die geschichtliche Entwicklung und die räumliche Situation des Gartens, die sehr eng mit den Anlagen und dem Park des Schlosses Sanssouci verbunden sind, ein.

Anschließend brachen die Gärtnerinnen und Gärtner in Gruppen aufgeteilt zu den Führungen durch den Garten auf. Der Garten wird durch die Maulbeerallee geteilt. Der nördliche Teil beinhaltet neben verschiedenen Steppengesellschaften auch das System, und eine größere Teichanlage. Während in der vollen Sonne der Alpinumanlage große Polster von Acantholimon glumaceum in voller Blüte standen, hatte sich im Schatten verschiedener Bäume eine Unterart unseres heimischen Türkenbundes, Lilium martagon ‚Cattaniae’ zu einem stattlichen, über 1,50 m hohen Blütenstand entwickelt. In diesem Gartenteil hat Ludwig Persius, mit der von ihm geplanten Wassertreppe und dem Stibadium, in der Mitte des 19. Jahrhunderts seine Spuren hinterlassen.
Der südliche Teil des Gartens beherbergt das Arboretum, die Morphologie mit einer reichhaltigen Sukkulentensammlung in der Sommerfrische, die Gewächshäuser, den Betriebshof und verschiedene Institutsgebäude. Neben vielen Sukkulenten, tropischen Nutzpflanzen , Palmen und anderen Schaupflanzen, zeigte im Palmenhaus eine im ersten Anschein eher unscheinbare Pflanze ihre blauen Blüten. Nesocodon mauritianus stammt von der Insel Mauritius. In den Blüten wird roter Nektar gebildet, der bei einer auf der Insel heimischen Gekkoart sehr begehrt ist. Während die Gekkos den Nektar ablecken bestäuben sie die Blüten.
Nach einer genüsslichen Kaffeepause fanden sich die Teilnehmer im großen Hörsaal ein.

Prof. Dr. Klaus Klopfer brachte den Teilnehmern einige Exemplare der Flora der Hohen Tauern nahe. Er besuchte mit seinen Studenten über viele Jahre hinweg dieses Gebiet, das auf Grund seiner geologischen Situation auch für Botaniker sehr interessant ist. Im sogenannten ‚Tauernfenster’ steht Kalkstein in einem eigentlich reinen Silikatgebiet an. In solchen Gebieten lassen sich Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Gattungen und Familien, die durch die herrschenden Lebensbedingungen hervorgerufen werden, sehr schön beobachten. Man Spricht hier von Konvergenz. Auch viele vikariierende Arten lassen sich diesen extremen Bodenverhältnissen entdecken. Dabei handelt es sich um Arten, die sehr nahe miteinander verwandt sind, sich aber auf unterschiedliche Gesteinsuntergründe spezialisiert haben. In seinem Diavortrag zeigte er Pflanzen der Lebensbereiche Felsspalten, Schuttfluren und alpiner Matten, jeweils im Kalk- bzw. im Urgestein.
So besiedelt Primula minima ausschließlich Silikatböden, während Primula tirolensis eine Art der Kalkgebiete ist. Soldanella alpina bevorzugt Schneetälchen über Kalk, Soldanella montana schattige Stellen über Silikat. Androsace alpina ist in Silikatfelsspalten zu finden, Androsace helvetica in den Spalten der Kalkgebiete. Rhododendron hirsutum besiedelt Krummholzgürtel und Zwergstrauchheiden über Kalk. Im Gegensatz dazu besiedelt Rhododendron ferrugineum den gleichen Lebensraum allerdings nur über Silikat.

Dr. Michael Burkart führte in seinem Vortrag wieder in den Botanischen Garten Potsdam zurück. Er stellte verschiedene Erhaltungskulturen vor und die Tätigkeit verschiedener Netzwerke zur ‚ex situ – Kultur’ gefährdeter Arten. Eine kurze Zusammenfassung des Vortrags befindet sich im Anhang.

Am späten Nachmittag war nochmals Gelegenheit gegeben, den Garten auf eigene Faust zu erkunden und Gespräche mit den zuständigen Gärtnern und Gärtnerinnen zu führen.

 

Samstag, 14. Juni 2008

Um 8:00 Uhr trafen sich die Teilnehmer des Treffens am Botanischen Garten zur Abfahrt in die Untere Havelaue bei Gülpe.
Exkursionsbericht im Anhang.

Der geplante Besuch der Döberitzer Heide musste entfallen, da sich die Exkursion in der Havelaue deutlich in die Länge zog.

Einige Gärtner und Gärtnerinnen nützten nach der Rückkehr in Potsdam die Gelegenheit, sich mit einem Besuch der Freundschaftsinsel, mit ihren reichhaltigen Staudenpflanzungen, bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den Besuch des Karl-Foerster-Gartens am Folgetag zu holen.

Für den Abend hatten die Potsdamer Kollegen zu einem Grillabend im Gewächshaus-verbinder eingeladen. Hier fand in gemütlicher Atmosphäre ein reger Erfahrungsaustausch statt.
Der Gruppensprecher Hans Martin Schmidt nützte die Gelegenheit einige, die Verbandsarbeit betreffende Angelegenheiten anzusprechen. Bereits bei seiner Begrüßung am Freitag bat er die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich bezüglich einer Neubesetzung der Gruppen-vertretung Gedanken zu machen.
Dies wurde nun am Abend ausgiebig diskutiert. Hans Martin Schmidt bat um eine Entlastung in seiner Sprecherfunktion. Er ist bereits seit einigen Jahren nur noch externes Mitglied der AG und in seiner beruflichen Tätigkeit immer stärker eingebunden. Hans Martin Schmidt wurde von den anwesenden Gärtnern und Gärtnerinnen als AG-Sprecher bestätigt. Zu seiner Unterstützung bot sich Claudia Schröder, Botanischer Garten Osnabrück an. Die Anwesenden begrüßten dies und stimmten dem Vorschlag zu.
So wird Claudia Schröder die Arbeit der AG-Vertretung im Norden übernehmen, während Hans Martin Schmidt die Aufgaben im Süden wahrnehmen wird.
Zum Abschluß des offiziellen Teils bot Michael Jäger, Botanischer Garten Giessen, an das Treffen 2009 in Giessen abzuhalten.

 

Sonntag, 24. Juni 2008

Der Sonntag stand ganz im Zeichen eines großen Namens der Staudengärtnerei. Die Gruppe besuchte den von Karl Foerster um sein Wohnhaus in Potsdam-Bornim geplanten und gestalteten Garten. Als kompetenter Führer wusste Dr. Konrad Näser viel aus der Zeit Karl Foersters und über den Garten zu berichten.
Bereits kurz nach dem Eintritt steht man vor dem wohl bekanntesten Teil des Gartens, dem Senkgarten. Hier zeigten sich die Pflanzen von ihrer besten Seite. Von besonderem Interesse für Staudengärtner ist es immer wieder, Stauden nach längeren Standzeiten zu beobachten. Hierfür bietet der Garten ein reichhaltiges Refugium.

Mit dem Mittagessen endete das 14. Jahrestreffen der Arbeitsgruppe Alpine- und Staudengärtner/innen im Verband der Botanischen Gärten.

Auch im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich für die umfangreiche Arbeit der Vorbereitung und Durchführung des Treffens bei den Kollegen und Mitarbeitern des Botanischen Gartens Potsdam bedanken.

Das 15. Treffen der AG findet 2009 in Giessen statt, zu dem ich alle Kollegen herzlich einlade.

Feuchtwangen, den 08.09.2008
Hans Martin Schmidt
Gruppensprecher

 

Kontakt:

Hans Martin Schmidt                                       Claudia Schröder
Ostpreußenstr. 4                                             Botanischer Garten Osnabrück
Albrechtstr. 29
91555 Feuchtwangen                                      49076 Osnabrück

hansmartin@floramontana.de               claudia.schroeder@biologie-uni-osnabrueck.de

0173 / 34 32 079                                            0541 / 96 92 719

 


Exkursionsbericht Gülper See am 14.6.2008

Bilder des Treffens