im Verband Botanischer Gärten e. V.

 
line decor
  HOME
line decor
   


13. Jahrestreffen der Alpinen- und Staudengärtner/innen in Bayreuth,
vom 22. Juni – 24. Juni 2007

 

 

Zum 13. Mal trafen sich die Gärtner und Gärtnerinnen der Arbeitsgruppe Alpinen- und Staudengärtner zu ihrem Jahrestreffen, das diesmal im Ökologisch-Botanischen Garten in Bayreuth statt fand. Der Einladung sind 31 Gärtnerinnen und Gärtner nach Bayreuth gefolgt.

 

Freitag, 22. Juni.2007   

Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa der Universität begann das Gärtnertreffen mit der Begrüßung durch Herrn Dr. Gregor Aas. Er führte die Teilnehmer kurz in die Arbeit des Gartens, die klimatische Situation und die organisatorischen Gegebenheiten ein.

Danach ging es in Gruppen aufgeteilt zu den Führungen des ÖBG. Der Garten hat eine Fläche von 16 ha und ist sehr weiträumig angelegt, sodass sich die einzelnen Gruppen schnell im Gelände verloren. Durch die, dem Treffen, voran gegangenen Regenfälle zeigten sich die Pflanzen des Gartens von ihrer besten Seite

In unmittelbarer Nähe der Gewächshäuser fielen die großflächige Anlage der Nordamerikanischen Prärie und das sehr reichhaltige Kübelpflanzensortiment  auf, das sich durch eine große Anzahl australischer Pflanzen und Gehölze, unter anderem verschiedene Banksia-, Eukalyptus- und Grevilleaarten auszeichnet.
Bei den Präriepflanzen fielen, neben vielen anderen, besonders Proboscidea louisianica, Lopezia racemosa, Polanisia dodecandra auf.
Auf den weiteren Vegetationsgeografischen Stationen wurden die Gärtnerinnen und Gärtner immer wieder auf’s Neue von einem reichen Blütenflor begrüßt.

Bei der Führung durch die Gewächshäuser konzentrierte sich das Interesse der Stauden-, vor allem aber der Alpinengärtner auf das wohl einzigartige Gewächshaus für „tropisch alpine Pflanzen“. In diesem Gewächshaus werden Pflanzen der Hochgebirge Ostafrikas kultiviert.

Nach einer kurzen Kaffeepause rückte Frau Dr. Marianne Lauerer dieses Gewächshaus, bzw. die darin gepflegten Pflanzenschätze noch einmal in den Mittelpunkt des Treffens, indem Sie in einem Vortrag über verschiedene Pflanzen und vor allem über die extremen Lebensbedingungen dieser Pflanzen an ihren natürlichen Standorten informierte. Geprägt werden die Pflanzen tropischer Hochgebirge von extrem hoher Sonneneinstrahlung, permanent andauernden, starken Winden und einem extremen, täglichen Temperaturwechsel zwischen mittäglichem „Hochsommer“ und nächtlichem „Winter“. Besonders auffällig ist dabei auch der charakteristische „Schopfbaumwuchs“ einiger, dort heimischer Pflanzenarten, wie Lobelia rhynchopetalum oder Senecio johnstonii.

In einem weiteren Vortrag berichtete Frau Lauerer über die Erhaltungskultur von Gentianella bohemica, die am ÖBG und verschiedenen anderen Botanischen Gärten durchgeführt wird, da die natürlichen Standorte stark gefährdet sind. Leider zeigt sich die Kultur als sehr schwierig und wird von hohen Verlusten geprägt, sodass nur ca. 25 % der pikierten Pflanzen wieder zur Blüte kommen.

Anschließend war Gelegenheit für einen weiteren Gang durch den Garten und die Gewächshäuser bzw. einen Stadtrundgang.

 

Samstag, 23. Juni 2008 

Um 8:30 Uhr wurden die Teilnehmer von einem Omnibus abgeholt, der die Gruppe unter Führung von Herrn Dr. Eduard Hertel zu zwei Exkursionen ins östlich von Bayreuth gelegene Fichtelgebirge brachte. Das erste Ziel der Gruppe war das NSG „Torf-, See- und Hüttenlohe“, ein auf Granituntergrund anstehendes Hochmoor (Fichtelseemoor). Durch das zwischen-zeitlich aufziehende Regenwetter wurde der Eindruck einer „finsteren“ Moorlandschaft noch verstärkt.
Das zweite Ziel waren die Grassemann-Bärwurzwiesen, eine große Rodungsinsel in der Nähe des Ortes Warmensteinach. Leider hatte sich das Wetter in der Zwischenzeit so ver-schlechtert, dass sich die Exkursion auf die Präsentation eines aus Bärwurz gewonnen Getränks, in mitten der Wiesen, beschränkte, das aber ob des miserablen Wetters von den Gärtnerinnen und Gärtner gerne angenommen wurde.

Für die nachmittags geplante Exkursion in die westlich von Bayreuth gelegene „Nördliche Frankenalb“ hatte der Wettergott ein Einsehen und die Teilnehmer durchwanderten unter Führung von Herrn Dr. Gregor Aas einen Teil der „Weißmainalb“. Der Weg führte die Gruppe zwischen Halbtrockenrasen und Kalk- bzw. Dolomitfelsen auch durch ein Verbreitungsgebiet des sehr seltenen Apollofalters, dessen Raupen sich von Sedum album ernähren. Am Wendepunkt der Strecke ging es nach einem steilen Aufstieg durch Buchenwälder wieder zurück zum Parkplatz.
Eine ausführliche Pflanzenliste der verschiedenen Exkursionsziele liegt dem Protokoll bei.

Nach der Rückkehr in den ÖBG bot ein Grillabend viel Zeit um Kontakte zu knüpfen und für reichlich Erfahrungsaustausch.

 

Sonntag, 24. Juni 2008    

Für den Sonntag hatten die Kollegen des ÖBG einen Besuch im Garten des bekannten Pflanzen- und Gartenbuchautors Dr. h. c. Fritz Köhlein organisiert, der die Gruppe sehr freundlich begrüßte und einen kurzen Abriss über seinen gärtnerischen Lebenslauf gab. Neben einem Sortiment an Sempervivum, das Herr Köhlein für die Neuauflage seines Buches „Freilandsukkulenten“ studierte, fanden sich zwischen Lauch, Kopfsalat und Blumenkohl auch immer wieder verschiedene Pflanzenschätze die sich im Lauf der Jahre im Garten eines so bekannten Pflanzenliebhabers ansammeln. Unter anderem auch eine großfrüchtige, sehr wohlschmeckende Felsenbirne, die nun unter dem Namen „Helvetica“ in den Handel gekommen ist.   
Gegen 11:30 Uhr wurde Herr Köhlein in seine wohlverdiente Sonntagsruhe entlassen und das 13. Jahrestreffen der AG Alpinen- und Staudengärtner beendet.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals für die Mühen und die Arbeit für die Vorbereitung und Durchführung des Treffens bei den Kollegen und Mitarbeitern des Ökologisch-Botanischen-Gartens Bayreuth, auch im Namen aller Teilnehmer, nochmals ganz herzlich bedanken.

Das 14. Treffen der AG findet vom 13. Juni bis 15. Juni 2008 in Potsdam statt, zu dem ich alle Kollegen herzlich einlade.

Feuchtwangen, den 06.01.2008
Hans Martin Schmidt
Gruppensprecher


 

Bilder des Treffens