Diplom- Forstwirt Klaus Zimmermann, Waldbau- Institut, Albert- Ludwig- Universität Freiburg

klauszi.jpg (10581 Byte)

Beschreibung der Untersuchungen (Aussaaten von Laubbaumarten) im Forstlehrgarten Günterstal


für die Untersuchungen


zum Keimverhalten verschiedener Laubbaumarten in buchendominierten Laub-mischwäldern auf Kalkstandorten

 Projekteinbindung:

Die Untersuchungen werden im Rahmen eines interdisziplinären Sonderforschungsbereiches mit dem Thema "Buchendominierte Laubwälder unter dem Einfluss von Klima und Bewirtschaftung " durch-geführt.

Problemstellung:

In buchendominierten Laubmischwäldern auf Kalkstandorten treffen die Samen von Buche und deren 'Nebenbaumarten' (Es, SAh, BAh, Kir, Ul, HBu, Mehlbeere und andere) auf einen überwiegend von Buchenstreu gebildeten Oberboden. Durch unterschiedliche Samenlage (zeitlich/räumlich) in der Streu treffen die Samen auf verschiedene Keimbedingungen. Die Auswirkungen des Bodentypes und deren Streuauflage unter Beachtung der Bodenfeuchte und -temperatur auf die Keimlingsausbeute und -entwicklung der o.g. Nebenbaumarten sind bisher nur marginal untersucht worden.

Zielsetzung:

Kenntnisse über den Einfluss von Bodensubstrat und Bodenauflage auf das Keimverhalten bis zur Etablierung der Keimlinge von Buche und deren 'Nebenbaumarten' unter kontrollierten Bedingungen zu gewinnen, Prognosen für den weiteren Verjüngungsablauf abgeben zu können und eine vergleichende Darstellung zu den Untersuchungen auf den Untersuchungsflächen (Renquishausen, FA Wehingen, Kreis Tuttlingen) anstellen zu können.

 Fragestellungen für die Untersuchungen:

- Welche Keimlingsausbeute kann für die Baumarten auf dem Bodentyp erwartet werden?

- Welche Wirkung hat die Bodenfeuchte auf Keimverlauf und -verhalten?

- Können spezifische Keimlingspilze isoliert werden?

- Welche Interaktionen im Keimverhalten lassen sich zwischen den Baumarten feststellen?

- Können unter kontrollierten Bedingungen spezifische Ursachen für die jeweiligen Keimfähigkeitsquotienten (Menge der zu erwartenden Keimlinge [abgeleitet von der getesteten Keimfähigkeit] zu den tatsächlich aufgelaufenen Keimlinge) ermittelt werden?

- Keimen die Nebenbaumarten auf der buchendominierten Streu uneingeschränkt?

- Stehen für die Ansamung im Frühjahr nur noch wenige keimfähige Samen zur Verfügung oder treffen viele keimfähige Samen nur auf ungünstige Keimbedingungen?

- Welche Größenordnung haben Mortalitäts- bzw. Überlebensraten der jeweiligen Baumarten und welche Ausfallursachen können zugeordnet werden?

Neben den Untersuchungen auf ausgewählten Versuchsflächen werden 1999 im Forstlehrgarten des Waldbau- Institutes, Fortswissenschaftliche Fakultät, Albert- Ludwig- Universität Freiburg in Günterstal Aussaaten mit den Laubbaumarten Rotbuche (Fagus sylvatica L.), Bergahorn (Acer pseudoplatanus L.), Waldkirsche (Prunus avium L.), Bergulme (Ulmus glabra HUDS.) durchgeführt, die 2000 mit den beiden Baumarten Esche (Fraxinus excelsior L.) und Hainbuche (Carpinus betulus L.) ergänzt werden.

  Untersuchungsmethoden:

Von den Untersuchungsflächen wurde Oberboden abgetragen und in Saatkästen eingelegt. Die Samen und Früchte wurden anschließend auf unterschiedlich behandelten Streuschichten ausgebracht (wie z.B. Samen auf Streu, Samen in Streu, Samen auf Mineralboden) und die Aussaaten auf zwei Untersuchungsflächen durchgeführt. Einerseits unter kontrollierten Bedingungen in einem Folienhaus und andererseits unter bedingt kontrollierten Bedingungen unter einem Fichtenschirm.

Mit Einsatz von Fungiziden soll erreicht werden, den quantitativen Pilzbefall gegenüber der unbehandelten Variante leichter zu bemessen und eventuellen Pilzbefall zu gruppieren, sowie Keimlingspilze leichter bestimmen zu können.

 Während der Vegetationszeit werden regelmäßige Aufnahmen von wichtigen Untersuchungsparameter wie:

- Keimraten

- Mortalitätsraten

- Ausfallraten

- Mortalitätsursachen

- Samenlage

- Verpilzungen

- Auflaufzeiten mit Entwicklungsdauer bis zum Keimlingsstadium (Ausbildung der Primärblätter)

- Ermittlung der Ursache nicht gekeimter Samen

durchgeführt.

 Um Aussagen treffen zu können, in welchem Ausmaß die Samen und Früchte durch die Streulagen im Keimverhalten beeinflusst werden, sind diesbezüglich noch eingehende Untersuchungen vorgesehen. Hierbei soll im Vordergrund stehen, wie weit die Keimfähigkeit der Samen und Früchte von den ‚Nebenbaumarten' der Buche durch die Winterlagerung vom Samenfall bis zum Auflaufen im Frühjahr beeinträchtigt wird.

Dauer der Untersuchungen:

Die Untersuchungen sind für die Jahre 1999, 2000 und 2001 geplant.