Nussveredelungen  von Rainer Oberle
  Carya ovata `Yoder` Im März ist die Zeit für Nuss-Veredelungen gekommen. Diese nicht ganz einfache Vermehrung bedarf einiger besonderer Raffinessen. Zumal es sich um seltene Kultivare der Walnuss oder der amerikanischen Hickorynuss handelt. Schon im Vorjahr müssen geeignete Unterlagen ausgesät werden. Die einjährigen Unterlagen sollten vom Durchmesser etwa die gleiche Stärke wie die Edelreiser haben, damit sie gut aufeinander passen.
Der Schnitt führt diagonal durch das Edelreis und die Unterlage. Diese Art der Veredlung heißt Kopulation.
Manchmal sind die Reiser sehr dünn. Dann ist Feinarbeit angesagt. 

Zum Größenvergleich habe ich einfach mal mein Veredlungsmesser dazu gelegt. Das Messer ist insgesamt 15 cm lang. Die Edelreiser stammen von Herrn Griesmeir aus Augsburg. Er ist ein Experte auf dem Gebiet der Nüsse und kreuzt auch verschiedene Typen untereinander. Ziel ist es, eine wohlschmeckende Nuss, von ansprechender Größe, die spätfrostgeschützt sein soll und im Herbst gut ausreift, zu züchten.

Neben der heimischen Nuss (Juglans regia) beschäftigt er sich auch mit den amerikanischen Hickorynüssen (Carya). Bei uns durch eine Art bestens bekannt, nämlich die Pekan.
Caryas brauchen aber einen höheren Jahrestemperatur-Mittelwert und reifen bei uns nur in klimatisch günstigen Gebieten aus. Die Neuzüchtungen aus den U.S.A. könnten auch bei uns zu Erfolgen im Anbau führen.

Hickory-Veredlung

Wurzel-Veredelungen eines Walnusskultivars

In Frankreich werden die Edelreiser zum Teil direkt auf Wurzeln aufgepropft. Bei mir hat das auch schon funktioniert. Dennoch bleibt es die Ausnahme, da in der Regel die Überwallung, also die Verwachsung schöner und gleichmäßiger wird, wenn auf den Wurzelhals kopuliert wird.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Veredelungsarten werden die Walnuss-Veredelungen nicht mit Wachs verstrichen. Sie werden in einem beheizten Kasten, bei sehr hohen Temperaturen bis zum obersten Auge in Sägemehl eingefüttert. Nach ca. 3 Wochen sollten die Veredelungen angewachsen sein. In Deutschland gibt es nur noch wenige Leute, die Nüsse veredeln. Bei einem Anwachsergebnis von 60 % darf man sich getrost als Profi bezeichnen.

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