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J.J.H. de Labillardiere - Der Botaniker



Karte Bruny Island (14421 Byte)
Ein Pionier bei der Bestimmung der tasmanischen Flora war der Franzose Jacques Julien Houton de Labillardiere, der an einer Expedition in den Jahren 1792-1794 teilgenommen hat. Labillardiere wurde am 28. Oktober 1755 geboren. Nach einem Botanischen Kurs in Montpellier und einem Studium der Medizin in Paris begann er seine botanischen Studien in den Alpen, im Libanon und auf Zypern.
Sein Interesse für exotische Pflanzen wurde bei der Nachbestimmung der Sammlungen von Mauritius und Java geweckt. So befand sich Labillardiere im Mai 1792 unter den Auserwählten, die in der Recherche Bay (benannt nach einem der beiden Schiffe - La Recherche und L`Esperance), an Land gehen konnten. In einer Beschreibung wird Labillardiere als "Spezialist" bezeichnet. Diese Tatsache dürfte auch für heftige Diskussionen über die Eignung Labillardieres zur Teilnahme an dieser Expedition geführt haben, da zu damaligen Zeiten eher die "Generalisten" gefragt waren. Ein Umstand, den man heute eher als umgekehrt bezeichnen könnte. Dennoch wurde die Zusammenarbeit mit seinem Botaniker-Kollegen Claude Antoine Riche, dem Kapitän Admiral Bruny d`Entrecasteaux sowie dem militärischen Leiter der Expedition Huon de Kermandec als sehr zufriedenstellend beschrieben. Dies war wohl eher die Ausnahme. Handfeste Auseinandersetztungen gab es des öfteren bei ähnlichen Expeditionen. Man stelle sich nur einmal vor, welche Interessengruppen (z.B. Militärs, Wissenschaftler etc.) für einen langen Zeitraum auf engem Raum zusammen leben mußten.
Billardiera longiflora (11689 Byte)
Auf seinen ausgedehnten Wanderungen (vornehmlich auf Bruny Island), hat Labillardiere über 4000 Pflanzen gesammelt und viele davon sind durch ihn bestimmt worden oder tragen sogar einen Teil seines Namens (Billardiera longiflora - Bild rechts).

Weniger konfliktfrei verlief die Heimreise 1794. Wegen seiner republikanischen Äußerungen bei einem Zwischenstop in Ostindien wurde er verhaftet und mußte mehrere Monate im Gefängnis verbringen. 1795 erst wurde er wieder freigelassen und konnte dann über Mauritius die Heimreise nach Frankreich fortsetzen. 1796 begann er seine umfangreichen Sammlungen zu sichten. Bis 1806 bearbeitete er die Flora Tasmaniens. Am 8. Januar 1834 verstarb er. Die Zeiten hatten sich geändert. In Frankreich konnte man mit der Sammlung Labillardieres nichts Richtiges anfangen und so gelangte sie, ausgerechnet durch einen Engländer, in das Nationalhistorische Museum in Florenz, wo sie sich noch heute befindet.

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