Das Prinzip des Kemink-Exact-Systems.


Die Grundidee des Kemink-Systems ist, mit nur einem Gerät alle erforderlichen Arbeitsgänge zur Bodenbearbeitung und Unkrautbekämpfung durchzuführen. Die daraus entstandene Arbeitsweise folgt in erster Linie dem Ziel, mit Hilfe von mechanischer Bearbeitung das Leben im Boden zu aktivieren und zu unterstützen. Eine wendende Arbeit findet dabei nicht statt, vielmehr wird der Boden nur gelockert und anschließend zu Dämmen aufgehäufelt.

Lockern mit dem Kemink-Exact-System (Image) 379 kB

Lockern mit dem Kemink-Exact-System.



Wichtiger Bestandteil der Bearbeitung ist die Arbeit nach dem Prinzip der Beetkultur. Die Einteilung des Ackers in Beete erfolgt entsprechend der Schlepperspurbreite. Bei allen Arbeitsgängen bleibt die Spur gleich, so daß es nur auf einer relativ kleinen Fläche zu Bodenverdichtungen kommen kann. Die mehrmalige Lockerung und Häufelung des Bodens zu Dämmen bewirkt eine verstärkte Belüftung und hat gleichzeitig eine Oberflächenvergrößerung des Ackers zur Folge. Die größere Fläche ermöglicht eine vermehrte Sonneneinstrahlung und in Verbindung mit einem erhöhten Luftanteil auch eine schnellere Erwärmung des Bodens. In den Dammkronen gibt es keine Staunässe, so daß diese optimale Lebensbedingungen für die Bodenbakterien bieten. Während der Erwärmung des Bodens im Frühjahr führt die zum raschen Aufbau einer sehr guten Bodengare. Organische Substanz wird in die Dämme eingearbeitet und dort, ähnlich eines Komposthaufens, durch verstärkte Aktivität der Bodenbakterien in Nährhumus umgewandelt.

Häufeln mit dem Kemink-System (Image) 385 kB

Häufeln mit dem Kemink-System.



Wie aus dem Foto ersichtlich ist, hat das Gerät einen sehr einfachen Aufbau. Es handelt sich um ein gezogenes und nicht zapfellengetriebenens Gerät. Somit entfallen Getriebe, Lager und andere störanfällige technische Einrichtungen. Mit dem Anbau von Zusatzgeräten wie Striegel, Schiene, Schleppe und Krümelwalze, kann man das Arbeitsprogramm ergänzen und erheblich erweitern. Sämtliche Pflegemaßnahmen sind mit diesem Gerät möglich.

Aufbau des Kemink-Systems. Hier mit Mittelfuß zum Unterschneiden des Mittelstreifens. (Image) 371 kB

Aufbau des Kemink-Systems. Hier mit Mittelfuß zum Unterschneiden des Mittelstreifens.


In unserer Pflanzschule wird das Gerät zur Reihenbearbeitung ab 150cm Reihenabstand bei größeren Pflanzen, oder in der Jungpflanzenkultur zum übergrätschen bis 40cm Pflanzenhöhe, und geringeren Reihenabständen eingesetzt. Die Pflanzreihen und die Mitte der Schleppergasse bilden die Dämme. Der Mitteldamm wurde vorher mit einer Leguminosen-Mischung oder mit Hafer eingesät. Er wirkt als Konkurrenz zu auflaufenden Unkräutern und lockert den Boden auf natürliche Weise. Diese Einsaat wird im Laufe der Vegetationsperiode durch das Häufeln immer mehr abgedeckt und bildet somit eine Art Komposthaufen. Es ist darauf zu achten, daß nicht zuviel Grünmasse auf einmal in den Boden gelangt, da die Anzahl der Bakterien im richtigen Verhältniss von Grünmasse, also Nährstoffangebot und Luft stehen sollte. Unter ungünstigen Bedingungen kommt es zu unerwünschten Fäulnissprozessen. Absolut wichtig ist der Zeitpunkt der Bearbeitung. Es sollte weder zu nass noch zu trocken sein. Es lassen sich daher keine generellen Angaben zum Einsatz machen, da die Bodenbeschaffenheit sehr variert. Nach starken Regenfällen sollte bei entsprechender Abtrocknung des Bodens immer eine Bearbeitung erfolgen. Selbst bei leichtem Frost, wenn die Gefahr von Verdichtungen gering ist, erfolgt eine Bearbeitung. Unsere schweren teils nassen, lehmigen Böden, die mit Quecken bestockt waren, weisen nach zwei Jahren eine schöne Krümelstrucktur auf. Das manuelle Hacken von Hand beschränkt sich auf maximal drei Durchgänge während der Vegetationszeit und nimmt etwa 15 min pro ar und Arbeitskraft in Anspruch.


Kontakt: Rainer Oberle