Fichten Provenienz - Versuch


Einführung
Signifikante Unterschiede
Diagramm - extrem stark - und schwachwüchsige Fichten im Vergleich
Liste der Provenienzen - Verteilung auf dem Versuchsfeld F




Screenshot der Fichten auf Feld F (Image in SVS) 30 kB

Screenshot der Fichten Feld F




Die Fichte (Picea abies [L.] Karst.) ist eine der Hauptbaumarten sowohl des borealen Nadelwaldes als auch der montanen Nadelwälder auf dem eurasischen Kontinent. In einer Reihe europäischer Länder gehört sie zu den wichtigsten Baumarten der Forstwirtschaft. Aus diesem Grund ist sie seit mehr als hundert Jahren Gegenstand intensiver Forschungen. Betrachtet man das Areal der Fichte, so erscheint eine genetische Verbindung zwischen Populationen an den Arealrändern z. B. im Süden (Südfrankreich, Nordgriechenland) und im Norden (Nordskandinavien, Sibirien) als eher unwahrscheinlich.
Als Grund für diese Annahme sind nicht nur die großen Entfernungen zwischen solchen Populationen anzusehen, sondern auch der Umstand, daß diese nach der Eiszeit aus unterschiedlichen voneinander isolierten Refugien eingewandert sind. Bei der Erforschung genetisch verankerter Eigenschaften dieser Baumart war man hauptsächlich auf Provenienzversuche (d. h. vergleichende Anbauversuche) angewiesen, die im Grunde auf Beobachtungen des Phänotyps beruhen. Auf diese Weise konnten bei einer Reihe quantitativer Merkmale wie Höhenwachstum, Austriebszeitpunkt, Art der Verzweigung, Johannistriebbildung u. a. sowohl ein deutlicher Polymorphismus innerhalb der Populationen als auch eine erhebliche geographische und eine vertikale (mit der Höhe über NN zusammenhängende) Variation zwischen Populationen festgestellt werden. Der größte Versuch mit insgesamt 1100 Provenienzen aus allen Teilen des Fichtenareals wurde 1968 auf Anregung des schwedischen Forstgenetikers Prof. Langlet im Rahmen der IUFRO (International Union of Forest Research Organisations) angelegt.
Mit diesem Versuch werden grundsätzlich zwei Ziele verfolgt: ein theoretisches (möglichst lückenlose Erfassung der morphologischen und der genetischen Variation der Baumart Fichte) und ein praktisches (das Auffinden der geeignetsten Provenienz für Bestandesbegründungen auf verschiedenen Standorten). Die im Versuchsgarten auf den Feldern F und G stehenden Fichten sind Teil dieses Versuchs. Obwohl sie unterschiedlich hoch sind, sind sie dennoch gleich alt.





Diagramm - extrem stark - schwachwüchsige Fichten (Image) 15 kB


Diagramm - extrem stark - schwachwüchsige Fichten





Für das Wachstum gilt, daß an kurze Vegetationsperioden mit langen Tagen angepasste Fichten vom nördlichen Arealrand (Nordskandinavien, Sibirien) aber auch solche aus den Hochlagen Mitteleuropas langsam wachsen. Außerdem treiben sie im Frühjahr früh aus (Provenienz Strömsnäs und Hatfjelldal). Fichten, die in klimatisch günstigeren Regionen des Fichtenareals beheimatet sind, wachsen schneller und sie treiben später aus. Ausgesprochen produktiv sind Provenienzen aus den unteren Lagen der rumänischen Karpaten (Provenienz Marginea) und aus manchen Teilen Polens (Provenienz Bukowiec). Die aufgeführten Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie stark sich Populationen einer Baumart untereinander unterscheiden können. Diese Unterschiede sind genetisch und nicht standörtlich bedingt. Da Bäume langlebig sind, müssen derartige Versuche langfristig beobachtet werden.




Verteilung der Fichten auf Feld F(Image) 31 kB



Verteilung der Fichten auf Feld F


Kontakt:Karl Gross
Top