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Botanical Gardens Hobart Teil 2



Arthur Wall (39548 Byte)
Eine weitere Besonderheit im Botanischen Garten in Hobart ist die Arthur Wall. Es handelt sich hierbei um eine Ziegelstein-Mauer, die einerseits als Gartengrenze im Süden (zu dem heutigen Parkplatz) dienen und andererseits verschiedenen Spalierpflanzen Halt bieten sollte. Dabei dachte man an die Kultur von wärmeliebenden Citrus-Pflanzen. Die Mauer war so konstruiert, daß sie beheizt werden konnte.
Diese sogenannten "heated walls" waren seit langem schon in England bekannt, und Gouverneur Arthur wollte sich wohl ein "Stückchen Heimat", fern von England, schaffen, als er dieses Bauwerk in Auftrag gab. Unter den Sträflingen gab es gute Handwerker, und so enstand die etwa 4 m hohe, 1 m breite und 80 m lange Mauer, wie viele andere, heute historisch wertvolle Bauwerke in reiner Sträflingsarbeit.
Allerdings hatte man das tasmanische Klima als zu schlecht eingeschätzt. Schon bald wurde das aufwendige Beheizen der Mauer aufgegeben, da in diesem Klima Citrus-Pflanzen auch ohne zusätzliche Wärmequelle gut gedeihen. Bei unseren Besuchen im Botanischen Garten haben wir immer Gelegenheit, abgefallene Kumquats, Zitronen, Orangen oder Grapefruits zu sammeln. Die etwas kühleren Wintermonate um Hobart, meist ohne nennenswerten Fröste, lassen die Citrus-Früchte erst richtig ausreifen (Farbgebung).
Leider hat sich diese Erkenntnis über den einfachen Anbau der Citrus-Pflanzen bei den hiesigen Obstbauern noch nicht durchgesetzt. Nachfragen bei solchen, auf Hobarts meistbesuchtem Samstagsmarkt, dem Salamanca Market, verliefen relativ enttäuschend. Citrus-Früchte seien zwar bekannt, aber in Tasmanien eben nicht frisch erhältlich. Sie werden deshalb vom Mainland importiert. In Privatgärten, gerade in dem Stadtteil, wo wir wohnen, sieht man erfreulicherweise relativ viele, gut gedeihende Citrus-Pflanzen in Hausgärten.

Schema Arthur Wall (54892 Byte)

Hier sieht man das Funktionsprinzip dieser Anlage. Es gab insgesamt drei Feuerstellen. Eine Feuerstelle reichte, um ca. 20 m Mauer zu heizen. Die Mauer war mit drei übereinander liegenden Zügen versehen, die in einem Schornstein endeten. Die Schornsteine dienten auch als Stützpeiler für die Mauer.

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