Tasmanien-Logo (12338 Bytes)

Botanical Gardens Hobart - Teil 1



Lageplan Botanischer Garten (21054 Byte)
Der Botanische Garten Hobart, gegründet im Jahre 1818, ist der zweitältesteste in Australien überhaupt. Der etwa 13,5 ha große Garten liegt am Westufer des Derwent River und ist ein Teil des Schutzgebietes der Queens Domain, die von jeglicher Privat-Bebauung ausgenommen ist. Es gibt zwei Ein- und Ausgänge. Den oberen Haupteingang und den unteren Nebeneingang an der Auffahrt zur Tasman Bridge. Gegenüber des unteren Portals gibt es sogar eine Haltestelle des Fährbootes, das dort vier mal täglich anlegt. Mit dem Auto sind es nur wenige Minuten bis zur City. Es gibt regelmäßige Busverbindungen hin und zurück, und ein gut befestigter Fußweg führt in ca. 25 Minuten über die Queens Domain in die Stadt. Der Eintritt ist frei, Parkplätze stehen genug zur Verfügung.

Neben zahlreichen exotischen Pflanzen aus aller Welt gibt es eine Reihe von Themengärten wie z.B. einen Japanischen Garten, einen Easy Acces Garden, ein Farn-Haus, ein Sub-Antarktik-Haus, einen Kräuter- und Gemüsegarten, einen Gartenteil mit endemischen Pflanzen u.v.m. Es gibt regelmäßige Führungen sowie Kurse zu verschiedenen Themen rund um die Pflanze. Ein Freundeskreis ermöglicht den Mitgliedern die Teilnahme an ganz speziellen Veranstaltungen und trägt durch den Mitgliedsbeitrag einen Teil der Finanzierung. Einen Großteil des Budgets von ca. $ Aus 2 Mill. trägt die Stadt Hobart.

Das besondere aber, was diesen Garten von vielen anderen Gärten unterscheidet, ist welche Öffentlichkeitsarbeit dort geleistet wird und wie beispielhaft er in das kulturelle Leben der Stadt Hobart eingebettet ist.
Discovery Center (26377 Byte)
Neben den schon erwähnten Themengärten, die möglichst ein breites Spektrum an Besuchern ansprechen sollen, der guten Beschilderung der Pflanzen sowie Rasenflächen, die für Spiele und Picknick benutzt werden dürfen, erwartet den Besucher ein sogenanntes "Discovery Center", in dem auf anschauliche Weise Kindern und Erwachsenen die Grundlagen biologischer Abläufe und deren Auswirkungen auf das Leben auf unserem Planeten vermittelt werden.
Erlebnis-Kino (22475 Byte)
So findet man sich z.B. als Hauptdarsteller in einem "Erlebnis-Kino" wieder, das einem drastisch vor Augen führt, wie ein Leben ohne Pflanzen auf unserer Erde aussehen würde. Mittels Rotlicht wird kurzzeitig die Kino-Atmoshäre angeheizt und die Einblendung von Wüstenbildern lässt selbst hartgesottene Actionfilm-Besucher nicht kalt.
Photosynthes-Fabrik (26875 Byte)
Eine augeklügelte Mechanik, bei der man noch selbst Hand anlegen muß, zeigt den Prozess der Photosynthese, also wie Pflanzen mit Hilfe von Kohlendioxid, Licht und Wasser ihre Nahrung gewinnen und als Abfallprodukt sozusagen, unseren wichtigen Sauerstoff erzeugen.

Sollte der Funke der Begeisterung dann immer noch nicht übergesprungen sein, dann kann sich der Besucher auf einem der vielen Monitore und den Leinwänden, die direkt über die Bildschirme steuerbar sind, über bestimmte "grüne Themen" informieren.

Oder aber man zieht sich in ein extra eingerichtetes Labor zurück, wo man unter verschiedenen Mikroskopen Planzenteile und deren faszinierenden Aufbau anschauen kann.
Monitorgesteuerte Diashows (18858 Byte) Mikroskope für Jedermann (25387 Byte)

Peter Dombrowski Photografien (23356 Byte)
Bleiben noch weitere drei Möglichkeiten, sich Kurzweile zu verschaffen. Und damit werden auch diejenigen angesprochen, die noch gerne etwas kaufen würden. Als Erinnerung sozusagen, an so einen schönen Besuch, und weil sie damit auch noch gleichzeitig etwas Gutes tun können. Nämlich den Garten finanziell zu unterstützen. Damit kommen wir zur kommerziellen Seite:
1. Entweder sich eine der wunderbaren Fotografien von dem bekannten Naturfotografen Peter Dombrovskis kaufen.
2. Oder aber im eigens eingerichtetetn Botanical Shop, der von der Postkarte mit Pflanzenmotiv bis zu Schnitzereien aus dem Holz der Huon Pine eine ganze Palette von botanischen Souvenirs bietet, etwas zu erstehen. Der Shop liegt strategisch günstig am Ausgang und kaum jemand kann widerstehen.
Restaurant Botanischer Garten (40650 Byte)
3. Oder aber sich glücklich und zufrieden gleich ins angrenzende Restaurant und Cafe zu begeben um sich, nein nicht seinen Wissensdurst (der ist mit Sicherheit gestillt), entweder unter dem Sonnensegel auf der Terrasse oder aber im großzügig verglasten Innenteil, noch einen Kaffee zu gönnen.
Theater Alfresco (24527 Byte)
Im Rahmen des Hobart Summer Festivals gibt es auch regelmäßige kulturelle Veranstaltungen im Garten. Dieses Jahr gastiert das Ensemble Alfresco mit dem Stück Alice in Wonderland dort. Fast sämtliche Veranstaltungen sind ausverkauft.

Neben Konzerten oder wechselnden Kunstaustellungen im Innen- und Außenbreich zieht es auch immer mehr Brautpaare in die lauschigen Ecken des Gartens, um die Trauungs-Zeremonie unter den Sandstein-Torbögen, abzuhalten.

Also nochmals, dieser Garten lebt! Nicht nur wegen seiner Vielfalt an Pflanzen, sondern auch wegen seiner Attraktivität in anderen Bereichen. Anstatt das immerwährende Klagelied mangelnder finanzieller Mittel anzustimmen, sollten sich die Verantwortlichen in Deutschland ein Beispiel nehmen und Konzepte entwickeln, wie die Botanischen Gärten nicht nur einem immer mehr zunehmenden schwindenden Anteil an Fachpublikum entgegentreten können, sondern wie durch regionale Besonderheiten und gezielte Werbekampagnen mehr Besucher angelockt werden können. Die Finanzierung und Umsetzung der Ideen ist dann ein anderes Thema. Aber so lange keine Konzepte vorliegen, kann sich auch nichts verbessern. Und die "Kopf in den Sand"-Methode führt langfristig zum Saarbrücker Beispiel. Dort wurde der Botanische Garten bereits geschlossen und das Inventar verhökert. Es soll mir bitte keiner erzählen, daß die Australier grundsätzlich mehr Interesse an Gärten und Pflanzen haben oder daß grundsätzlich ein größerer Etat zur Verfügung stünde!

vorige Seite