Führung durch den Kurpark in Badenweiler  von Rainer Oberle
  Edgar Kautz Jeden Donnerstag um 15 Uhr findet eine Führung durch den Kurpark in Badenweiler statt. Der äußerst interessante Rundgang von ca. 1 Stunde wird von Herrn Kautz, einem  Gärtner, der über 25 Jahre im Park gearbeitet hat,  geleitet. Er weiß viele Geschichten rund um den Park mit seinen seltenen Bäumen und seinen berühmten Besuchern zu berichten. 
Seine Beobachtungen und Ausführungen bezüglich der Mistel, einem Halbschmarotzer, der die umliegenden Bäume besiedelt, sind neben vielen anderen Besonderheiten wert, einmal mit ihm durch den Park zu gehen.
Herr Kautz erzählt die Geschichte, wie die Vermehrung der Misteln vor sich geht. Nicht, wie lange angenommen, durch das Abstreifen der Samen durch die Vögel mit dem Schnabel. Nein, die Samen werden ganz von den Vögeln verzehrt und werden dann durch die Fermente und Säuren in Kropf, Magen und Darm der Vögel soweit vorbereitet (stratifiziert), daß sie keimfähig werden. An einem günstigen Platz ausgeschieden, meist auf der Nordseite einer Astgabel, weil da genügend Feuchtigkeit vorhanden ist, kann eine Keimung stattfinden und ein neuer Mistelbusch entstehen. 
Die kleine Pflanze auf dem rechten Bild hat Herr Kautz selber an dieser Stelle angebracht.
 

Zweijähriger Mistel-Sämling 

 

Rinde von Stewartia chinensis

Der Park in Badenweiler ist wegen seiner großen und seltenen Pflanzen sowie seiner Gestaltung im englischen Stil bei Baumkundlern und Gartenliebhabern bekannt und geschätzt. 
Badenweiler war auch ein Ausflugsziel der Dendrologischen Gesellschaft während der Sommertagung in Freiburg im vergangenen Jahr. 
Ich habe zwei kleine, aber feine Beispiele ausgewählt, welche Schätze man dort findet. Gehören die Scheinkamelien (Stewartia) zu den eher seltenen Pflanzen in den Gärten, treffen wir in Badenweiler gleich drei verschiedene Arten an.
Drei verschiedene Arten, jeweils ausgesprochen große Pflanzen, die neben ihrer wunderbaren Blüte noch eine andere bemerkenswerte Eigenschaft zeigen: nämlich ihre Rinde, die halt eben erst bei Pflanzen höheren Alters voll zur Geltung kommt. 
Weitere Besonderheiten erwarten den Besucher und bieten dem aufmerksamen Besucher Gelegenheit zu staunen. 

Badenweiler ist gerade für mich eine wichtige Station, um Pflanzenvermehrungs-Material (Stecklinge, Samen und Edelreiser) zu bekommen. Mit Herrn Kautz besteht diesbezüglich schon ein jahrelanger Austausch.

  

Rinde von Stewartia pseudocamellia

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