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Letzte Bearbeitung: 30-01-2003



Arboretum Freiburg-Günterstal: Einführung
 

Im Städtischen Forstamt Freiburg - Revier Günterstal - wird in Zusammenarbeit mit der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität und dem Botanischen Garten der Universität Freiburg ein Arboretum aufgebaut.



Arboretum Freiburg-Günterstal: 
Aufgabe 

Ein Arboretum sollte für den Fachmann und den Laien gleichermaßen eine Bereicherung des heimischen Waldes sein. Die erste Aufgabe eines Arboretums ist die Darstellung von heimischen Baum- und Straucharten und solchen aus Wäldern anderer Erdteile. 

Für den Fachmann: 
ist das Arboretum ein Ausbildungsort. Die systematische Stellung von Familien, Gattungen und Arten der Bäume und Sträucher; das Bestimmen und Kennenlernen derselben, die Möglichkeit, Anschauungsmaterial zu sammeln; die Prüfung wirtschaftlicher oder landschaftsgestalterischer Verwendung, Erweiterung der Baumartenpalette, Erhaltung und Förderung von Baumarten, die am Naturstandort gefährdet sind.

Für den Laien: 
stellt es die Möglichkeit dar, als Weltwanderer Bäume und Sträucher anderer Erdteile und Länder kennenzulernen. Dendrologisch, forstlich oder gärtnerisch Interessierte finden vielseitige und neue Baumbilder, die zur Vielfalt des Waldes und zur Bereicherung des Landschaftsbildes beitragen können. Heimische, bisher unbeachtete und zurückgedrängte Baum- und Straucharten, wie zum Beispiel Eibe (Taxus baccata), und Speierling (Sorbus domestica) sollen gefördert werden. 
Die Baumartenvielfalt vergleichbarer geographischer Breiten in Amerika und Ostasien ist gegenüber Europa auffallend groß. Die Ursache dafür war die Möglichkeit des Ausweichens der Baumarten vor den Eiszeiten und die spätere Rückwanderung. Diese Möglichkeit des Rückwanderns bestand auf dem europäischen Kontinent infolge der in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirge nicht oder nur in geringem Umfang. Eine große Anzahl von Baumarten, die heute wieder eingebürgert werden, waren vor den Eiszeiten in unseren Wäldern heimisch, so zum Beispiel der Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Lebensbaum (Thuja plicata), der Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) und andere. So gesehen, handelt es sich bei der Wiedereinbürgerung nicht um den Anbau "fremdländischer Baumarten", sondern um die Rückführung ehemals heimischer Baumarten. Dazu soll das Arboretum beitragen. 


Arboretum Freiburg-Günterstal: Standort 

Das Arboretum liegt im atlantischen Klimabereich in 290 - 430 m Höhe über NN. Der Niederschlag beträgt ca. 1000 mm / Jahr, davon entfallen auf die Vegetationszeit (IV - IX) ca. 600 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwa 9 °C.- in der Vegetationszeit (IV - IX) bei etwa 17 °C. Das Grundgestein ist Gneis. Die Böden sind in der Regel humose, tiefgründige, oft gut verlehmte Braunerden. Die Gesamtfläche des Arboretums besteht aus leicht bis stark geneigten, gelegentlich auch steilen Hanglagen mit allen Expositionen. 


Arboretum Freiburg-Günterstal: Geschichte 

Um die Jahrhundertwende wurden in größerem Umfang verschiedene Baumarten - vorwiegend aus Amerika und Japan - im Stadtwald angepflanzt. Die ersten Douglasienpflanzungen sind nachweislich 1896 angelegt worden. Heute sind die Douglasienbestände des Städtischen Forstamtes weit über Freiburg hinaus bekannt und Ziel in- und ausländischer Exkursionen.
In den Jahren 1901 bis 1911 wurden mehrere hunderttausend ausländische Bäume im Stadtwald Freiburg gepflanzt. Ein Beispiel aus dem Jahre 1902 kann dies verdeutlichen. Im Günterstäler Wald wurden in diesem Jahr unter anderem ausgepflanzt:  

  • 1940 Bergkiefern (Pinus montana) 
  • 3800 Douglasien (Pseudotsuga menziesii) 
  • 2600 Nordmannstannen (Abies nordmanniana) 
  • 100 Sibirische Lärchen (Larix sibirica) 
  • 370 Kanadische Pappeln (Populus canadensis) 

Neben den oben genannten Baumarten wurden weitere Nadel - und Laubbaumarten ausgepflanzt: Japanische Lärche, Weymouthskiefer, Sitkafichte, Sicheltanne, Legföhre, Silbertanne, Blaufichte, Engelmann-Fichte, Hemlockstanne, Stechfichte, Thuja, Schirmtanne, Zeder, Ginkgo, Schwarznuß, Spätblühende Traubenkirsche, Robinie, Roteiche, Magnolie, Zuckerahorn und andere.
Die Ursachen für den Anbauerfolg oder Mißerfolg waren recht unterschiedlich. Zunächst wurde wohl mit viel Euphorie alles gepflanzt, was irgendwie erreichbar war. Dabei wurden geographische geologische und klimatische Bedingungen außer acht gelassen. So war es oft Zufall, ob sich eine Baumart gegen die Wuchskonkurrenz einheimischer Baumarten durchsetzen konnte oder nicht. Für manchen Forstmann war die Ursache des Mißerfolges schnell gefunden: Die "neue Baumart" taugt nichts... 
Die Vitalität einiger Baumarten war jedoch nach ein paar Jahren des Anbaus so offensichtlich, daß diese bevorzugt weiter angebaut wurden, während man andere nicht mehr berücksichtigte. Als positives Beispiel konnten die Anbauten von Douglasien und Roteiche gelten - aus heutiger Sicht vorhersehbar negativ waren zum Beispiel die Versuche etwa mit Zeder (Cedrus) und Geweihbaum (Gymnocladus). Aus den alten Einrichtungswerken geht die kontinuierliche Weiterverwendung ausländischer Baumarten hervor - allerdings eingeschränkt durch die Zeitperiode der beiden Weltkriege.
Aus diesen langjährigen Anbauversuchen blieben einige bis 80-jährige Einzelbäume, Gruppen und Bestände erhalten. Im Bereich des Günterstäler Waldes sind außer der großflächig dominierenden Douglasie (Pseudotsuga menziesii) noch Pinus strobus, Pinus banksiana, Picea orientalis, Pinus ponderosa, Abies nordmanniana, Larix leptolepis, Cryptomeria japonica, Pinus austriaca, Chamaecyparis lawsoniana, Cedrus atlantica, sowie von Laubbäumen Quercus rubra, Juglans nigra, Robinia pseudacacia, und Populus x canadensis zu finden. Alle Anbauten von verschiedenen Baumarten seit Beginn des Jahrhunderts hatten - nicht nur im Stadtwald Freiburg - zum Ziel, Baumarten zu finden, die größere Wuchsleistungen aufweisen und deshalb für die Forstwirtschaft geeignet sind.
Heute weiß man, daß nur wenige ausländische Baumarten den Ansprüchen der Forstwirtschaft genügt haben, so zum Beispiel die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und Quercus rubra. Auch zukünftig werden neben den eben genannten nur wenige Baumarten im Forst Verwendung finden. So wird zum Beispiel auf den diluvialen Sandböden Norddeutschlands die Pinus contorta latifolia an Bedeutung gewinnen, während in klimatisch günstigen Gebieten Westdeutschlands Sequoiadendron giganteum und in den Gebirgslagen einige Tannenarten angebaut und geprüft werden. Im ganzen werden diese Baumarten jedoch nur einen geringen Flächenanteil einnehmen. 
Neben der wirtschaftlichen Bedeutung kommt den ausländischen Baum- und Straucharten allerdings eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Verwendung im medizinischen oder im ästethischen Bereich zu. 


Arboretum Freiburg-Günterstal: Lage 

Der 5000 ha große Freiburger Stadtwald besteht zu 40 % aus Flußauewäldern des Rheintales und zu 60 % aus Bergwaldungen des Schwarzwaldwestabfalls. Das Arboretum des Städtischen Forstamtes ist Teil des Bergwaldes und liegt im Bereich des Vorortes Günterstal, südlich von Freiburg. 


Arboretum Freiburg-Günterstal: Fläche 

Die Gesamtfläche des Arboretums beträgt ca. 100 ha. Es ist eingebunden in den vorhandenen Waldbestand und soll dies auch zukünftig bleiben. Von der Gesamtfläche der Gemarkung Freiburg (200 - 1300 m über NN) sind 6500 ha Wald, was einem Bewaldungsgrad von 43 Prozent entspricht. 


Arboretum Freiburg-Günterstal: Technischer Leiter 

Dipl.-Ing. Forst Hubertus Nimsch

Haus Nr. 31 
79283 St. Ulrich/Bollschweil 

Tel: ++49 ( 0 )7602 - 920309
Fax: ++49 ( 0 )7602 - 920319 
e-mail: hubertus.nimsch@t-online.de (Hubertus Nimsch)

Arboretums-Prospekt
zum blättern....


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