Die Gemeine Keiljungfer - Gomphus vulgatissimus

Männchen

In der Geschichte der Gemeinen Keiljungfer spiegelt sich gewissermaßen das Schicksal der Fließwasser-besiedelnden Libellen wider.
Als Carl von Linne 1758 die Libellenart beschrieb, war sie so häufig, dass er sie als "vulgatissimus" (="äußerst gemein") benannte. Durch die Verbauung und Verschmutzung der Flüsse in den letzten beiden Jahrhunderten wurde die Gemeine Keiljungfer jedoch vom Aussterben bedroht.

Gomphus vulgatissimus besiedelt Bäche und Flüsse, aber auch Seen mit Brandungsufer. So brachten mir beispielweise meine Großeltern eine Exuvie vom Alatsee bei Füssen mit. Ich staunte nicht schlecht, als ich erkannte, das es die Gemeine Keiljungfer war. Bei der Nachsuche 2000 fand ich rund 70 Exuvien, 2001 sogar über 200! Das ist um so erstaunlicher, als der Alatsee über 800 m ü. NN. liegt. Dort entstanden auch die Aufnahmen der schlüpfenden Tiere. Die ausgefärbten Männchen flogen am Ausfluss des Staffelsees in Bayern.

Flugzeit: Mai - Juli

Der Schlüpfvorgang

Larve vor dem Schlüpfvorgang - 1
Schlüpfvorgang - 2
Schlüpfvorgang - 3
frische Imago gibt Flüssigkeit ab - 4

Als Vertreter der Gomphiden (Familie der Flussjungfer) ist auch die Gemeine Keiljungfer in der Lage, in waagerechter Position zu Schlüpfen. Das können nicht viele Libellen, denn dazu ist ein sehr hoher Körperinnendruck notwendig. Dieser wird aufgebaut, indem die Larve vor dem Schlüpfen Wasser aufnimmt, das nach der Emergenz wieder abgegeben werden muss -sonst wäre die Libelle zu schwer, um Abfliegen zu können. Außer den Gomphiden kann z.B. noch das Kleine Granatauge waagerecht schlüpfen.

Zur nächsten Art der Familie

Bilder der Art

Männchen

Männchen

Männchen

Schlüpfvorgang

Schlüpfvorgang

leere Larvenhaut