- Definition Frugivor und Nectarivor:
- Nectarivore Tiere: Diese Tiere ernähren sich vom Nektar der Blüten; z.B.: Kolibries ( Amerika), Honigfresser (Australien), Nektarfresser (Afrika), best Fledermausarten; bei uns: Bienen und Hummeln. (Grösse: Vögel: 0,002-0,15 kg; Mamalia: 0,008-3 kg)
- Frugivore Tiere: ernähren sich ausschliesslich oder teilweise von Früchten: z.B.: Fledermäuse, Elefanten; bei uns: Wacholderdrossel und Star. (Grösse: Vögel: 0,01-3 kg; Mamalia: 0,005-7500kg)
Wenn man die Grössen der Frugivoren und Nektarivoren vergleicht stellt man fest, dass die Nektarfresser kleiner sind als die Früchtefresser.
Diese Tiere besitzen in der Samen- und Pollen-Verbreitung eine hohe Bedeutung, allerdings sind sie in der gesamten Artendiversität der Vögel und Säuger in geringer Anzahl (17%) vertreten.
- Klima- Tropen-bei uns:
- Bei uns befinden sich die gemässigte Breiten und es liegen temperaturabhängige Jahreszeiten vor: Winter und Sommer
- In den Tropen dagegen sind feuchtigkeitsabhängige Jahreszeiten vorhanden: die Regenzeit,die vom April bis Dezember dauert und die Trockenzeit, die von Dezember bis April geht.
- Verfügbarkeit von Nektar und Früchten:
- Allgemein: Früchte und Blüten sind gut zu finden, sie besitzen aber ein sehr unterschiedlichtes Auftreten in Raum und Zeit. Die Verbindung der Tiere zu den Pflanzen ist positiv: die Pflanzen geben Energie, damit die Pollen oder Samen weit verbreitet werden.
Die Planzen beinflussen "ihre" Tiere (Morphologie, Nährstoffgehalt, Phenologisch). Allerdings besteht ein Konflikt: die Pflanze will eine hohe Mobilität, aber wenig Energieverlust, das Tier will viel Energie bei geringem Aufwand: dies nennt man dann neasy partnership.
- Nektar: Resourcenverteilung bei uns: Nektar im Frühling und Sommer. In den Tropen blühen die Pflanzen während der Trockenzeit bis Mitte Regenzeit. Ein Beispiel: Costa Rica: La Selva (Tiefland- Hochland) viele blühende Arten; in den mittleren Lagen weniger: dies führt dazu, dass Wanderungen in die Höhe stattfinden. Allerdings muss man beachten, dass verschiedene Arten auch unterschiedliche Blühmuster aufweisen. (Nektarmengen: 0,01-0,11kg/ha*a)
- Früchte: Resoucenverteilung bei uns: Herbst und Winter; in den Tropen werden die Früchte je nach Waldart gebildet: im Trockenwald wärend der Trockenzeit, im Feuchtwald während der Regenzeit. Der Fruchtfall dauert also von März bis Juni, bzw. von September bis Oktober. Es sind also zwei Maximas vorhanden. Der Unterbewuchs dagegen fruchtet im Nobember und Dezember. Feigen dagegen fruchten Unsynchronisiert und dienen als Überbrückung zwischen den Jahreszeiten. (Früchtemengen: 0,1-1,5 kg/ha*a)
- Möglichkeiten der Tiere:
Allgemein: sie möchten wenig Energie aufbringen, aber viel Energie aus der Nahrung bekommen.
4.1 Wanderungen:
- Täglich:
die Tiere wandern zwischen Ruhe- und Futterplatz hin und her und je nach Grösse kann die Entfernung stark schwanken: Territoriale Kolibries legen ca 1 km während ihrer täglichen Wanderungen zurück, andere, die stärker Mobil sind, legen deutlich grössere Strecken zurück. Die Fledermaus Leptonycteris curasoae, ca 27 g schwer, legt 80 -100 km in 7 h zurück (Sonora Wüste in Mexico); Ateles (Klammeraffen), 5 km/tag, Saimiri (Totenkopfäffchen) und Cebus (Kapuzieneraffen) 3-4 km/Tag
- Saisonelles Wandern:
dies kann in 3 Formen geschehen:
- Habitatsverlagerung:
diese findet am häufigsten statt: z.B.: vom primären in den sekundären Wald bei Kolibris.
- Höhenwanderungen:
diese findet im starken Masse ausserhalb der Brutsaison statt: z.B. : Nectarivore: sie wandern im April bis August ins Tiefland und kehren im August ins Hochland zurück. Diese Wanderungen stehen im Einklang mit Blüten und Früchtemaximas in den jeweiligen Gebieten.
- Regionale Wanderungen:
wie unsere Zugvögel: Es gibt Vögel, die in Nordamerika (Westen) brüten und dabei durch die Sierra Nevada ziehen. Das heisst, sie sind im Winter in Mexico und Zentralamerika.
- Nomaden:
dies sind Wanderungen, die nicht wiederholt werden: z.B. in Australien Pteropus scapulatus (kleinster fliegender Fuchs) er ernährt sich vom Nektar der Eukalyptus-Blüten, und ist am stärksten Nomadisch. (keine Zahlen) Auch bei Kolibries kommt dies häufig vor.
4.2 Fortpflanzung:
- Nektar:
Phaethornis superciliosus (Lang-Schwanz-Einsiedler) gehört zu den Schattenkolibris, er balzt und nistet von Januar bis Juli, wenn viel Nektar vorhanden (bevorzugt Heliconia pogonata) ist (In Quelle ist er futterlimitiert, und soit mit hoher Sterberate im Oktober und November, wenn wenige Blüten vorhanden sind). Dieser Kolibrie wandert als Nomade umher und sucht ständig neue Futterplätze.
- Früchte:
die Blattnasenfledermaus Carollia perspicillata bekommt 2* im Jahr Junge, und zwar in der späten Trockenzeit (April) und in der mittleren Regenzeit (August). Bei beiden Fortpflanzungsmaximas sind Früchtemaximas vorhanden. Allerdings werden die Jungen im Maximum geboren, so dass sie nach der Saugzeit (ca 5 Wochen) unterschiedliche Bedingungen vorfinden: die Jungen, die im April geboren wurden, finden nach dem Entwöhnen einen erneuten Anstieg der Früchte, während die Jungen vom August ein starkes Früchteminimum erleben. Es finden sich aber keine Unterschiede in der Mortalität bei den beiden Gruppen, was durch das wandern der Weibchen (aus energetischen Gründen) vermieden wird. Die Männchen dagegen verbleiben aus sozialen Gründen in "ihren" Höhlen.
- Zusammenfassung:
Die Nahrungsverfügbarkeit kann in den Tropen (Regenwald) sowohl räumlich als auch zeitlich erheblich schwanken. Daraus folgt ein starker Einfluss auf die nutzenden Tiere. Sie (sind):
- sesshaft, und beuten ein grosses Vorkommen gründlich aus,
- höhen und regionale Wanderer, "Ebbe und Flut von Kolibries" , und haben eine sehr dynamisch strukturierte Gesellschaft.
- tägliche Wanderer oder Nomaden, die der Saison folgen von einem Habitat ins nächste
- legen Fortpflanzung mit Nahrungsmaximum zusammen
- Die Mobilität und Grösse bestimmt, ob eine Art sich das ganze Jahr von Früchten und Nektar ernähren kann: es sind deutlich mehr Vögel und Fledermäuse als bodenlebende Tiere.
Andererseits sind sie für die Pflanzen von grosser Bedeutung als:
- Samenverteiler und Bestäuber
- Ihre Wanderungen dienen als "mobile links" zwischen den Populationen in grossen Gebieten.