13. Arbeitstagung der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
an Botanischen Gärten 1998 in Bern

Die 13. Arbeitstagung fand vom 18. bis 21. Juni 1998 auf Einladung des geobotanischen und botanischen gartens bern gemeinsam mit der Kustodentagung im Rahmen der Jahrestagung des verbandes botanischer gärten e.v. statt, die unter dem Thema »Artenschutz und Biodiversität« stand. - An dieser Stelle wird nur über das gartenpädagogisch orientierte Programm berichtet, welches an den ersten beiden Tagen durchgeführt wurde.

Von 1859 bis 1862 wurden der Botanische Garten und das Botanische Institut Bern an einem Sonnenhang am Ufer der Aare errichtet. Durch das dort herrschende milde Klima gedeihen im Freiland neben anderen Pflanzen die Solitärbäume bzw. Baumgruppen prächtig. Während des Tagungszeitraumes zeigte sich u.a. das sehr große Alpinum in voller Blütenpracht.

Über die pädagogische Arbeit in dieser Einrichtung sprachen der Direktor des geobotanischen und botanischen Ggartens Bbern Dr. Klaus AMMANN und der Gartendidaktiker Peter Fafri. Im Garten erläuterten sie gemeinsam mit dem Gartenpädagogen Bbruno Bürki und Mitarbeitern der Führungsgruppe ›aquilegia‹ ausgewählte Beispiele ihrer praktischen Unterrichtsarbeit an Duft- und Gewürzpflanzen, über die Verbreitung von Samen und Früchten und über den Artenschutz der Schweizer Wildflora durch Erhaltungskulturen im geobotanischen und Bbotanischen Garten Bern. Außerdem beobachteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Schülergruppe bei der praktischen Durchführung der vegetativen Vermehrung von Zierpflanzen unter der gärtnerischen Anleitung von Samuel Amsler.

Am zweiten Tag stand das pädagogische Thema »Erschließung und Erkundung eines Gebirgsgartens oder Alpinums mit Schüler- und Erwachsenengruppen« sowie »Demonstration im Heilpflanzengarten« im Mittelpunkt. Dafür ist der geobotanische und botanische garten bern geradezu prädestiniert. In der sonnigen Anlage am Südhang oberhalb der Aare befindet sich eine hohe Artenzahl von Gebirgspflanzen der Ost- und Westalpen im Allgemeinen und der Schweizer Flora im Besonderen, Arten der Karpaten und Pyrenäen sowie der Gebirge Asiens und Amerikas. Es werden charakteristische Pflanzengesellschaften auf Ur- und auf Kalkgestein in einer reichen Artenvielfalt dargestellt.

Während Dr. klaus AMMANN die Bildungsarbeit mit Erwachsenen über den dringend gebotenen Artenschutz im Alpenraum demonstrierte, stellte Peter Fafri Erkundungsmöglichkeiten von Anpassungserscheinungen der Gebirgspflanzen an dort herrschende Standortfaktoren vor und überreichte den Teilnehmern die von ihm erarbeiteten Lehrerhandreichungen für den Selbstunterricht im Garten. christian bühler diskutierte mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen gärtnerische Erfahrungen bei der Pflanzenkultivierung für das Alpinum in Gärten niederer Höhenstufen. - Öffentlichkeitsarbeit durch ehrenamtliche Mitarbeit vermittelte Dr. Marlies Kmeta mit dem von ihr konzipierten Arzneipflanzengarten (230 kultivierte Arten) und dem von ihr verfaßten, neuen Heilpflanzenführer.

In einem ergänzenden Arbeitsgespräch der Arbeitsgruppe der Pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden aus dem Kreis der Arbeitsgruppe methodische Erfahrungen über die Erkundung des Alpinums vorgestellt.

Außerdem berichteten Renate Grothe und Uta Nellen über die seit der 12. Arbeitstagung 1997 in Greifswald von der Arbeitsgruppe der Pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleistete Arbeit. Hierzu gehörte die Veröffentlichung folgender Schriften:
zum einen die deutsche Übersetzung »Umweltbildung in Botanischen Gärten. Leitlinien zur Entwicklung individueller Konzepte.« - (Hsg. Verband Botanischer Gärten e.v., Stuttgart 1998) der von julia willison verfaßten Schrift »Environmental Education. Guidelines for developing individual strategies«.- (Hsg. bgci, Richmond, Surrey 1994), die um drei Praxisbeispiele aus Deutschland erweitert wurde, zum anderen der von Dr. hans-joachim lehnert und felicitas wöhrmann herausgegebene Reader der 12. Arbeitstagung in Greifswald »Blütenökologie an Botanischen Gärten. Fingerhut ruft Hummel.« - (Osnabrück 1998).

Das Programm dieser zwei Tage war sehr interessant und aufschlußreich und enthielt viele wertvolle Anregungen für die eigene pädagogische Arbeit in der »Grünen Schule« oder »Botanik-Schule«. Auch wurden besonders die durch das Tagungskonzept gegebenen Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Berufsgruppen begrüßt.

Die o.a. Arbeitsgruppe dankt auch an dieser Stelle allen Organisatoren, Referenten und Exkursionsleitern, insbesondere Dr. klaus AMMANN und peter fafri für die sehr erfolgreich verlaufene Tagung herzlich und wünscht dem geobotanischen und botanischen garten bern einschließlich seiner pädagogischen Abteilung weiterhin gute Erfolge.

OStR Dr. eberhard große, Botanik-Schule Halle, renate grothe, Schulbiologiezentrum Hannover

17. Nov.1998